Franc Jeza (under construction)
Der skandinavische Ursprung der Slowenen

Titel der slowenischen Originalausgabe, Triest 1967:
Skandinavski Izvor Slovencev
Etnografisko-Jezikoslovna
In Zgodovinska Studija

Die Übertragung in die deutsche Sprache besorgte das Übersetzungsbüro Gerd G. Schwager in Neuss / Rhein
Typoskript
230 Seiten, kartoniert

Alle Rechte vorbehalten
Auslieferung: Verlag Michael Damböck, A-3321 Ardagger 86

Inhaltsverzeichnis:
Die Spur führt nach Norden
Der Volksname Slowenien ist skandinavischen Ursprungs
Wo war die Urheimat der Slowenen?
Wie lebten unsere Vorfahren
Verwandte Begriffe für Bauernhöfe und Inneneinrichtung
Viele slowenische Begriffe für Lebensmittel sind skandinavischen Ursprungs
Landwirtschaft, Geräte und Rinderzucht
Konjareja - Pferdezucht
Kleidung
Orozje - Waffen
Sorodstvo - Verwandtschaft
Mythologie und Religion
Cas, vreme in stetje - Zeit, Wetter und Zählung
Nordische Redewendungen im Slowenischen
Grammatische Ähnlichkeiten
Die meisten slowenischen Familiennamen sind altnordischer Herkunft  
Die Übersiedlung in den Süden
Slawen, Schwaben und Kraniche
Die Namen slawischer Völker
Solvender und Balten
Die Seeausdrücke
Skandinavische Elemente in der slowenischen Volksdichtung
Das Vordringen in den Raum der Sarmaten und Skiten
Unterschiedlicher ethnischer Ursprung der slawisch sprechenden Volksgruppen
Frühanfänge der Christianisierung
Die Quelle der slowenischen Sprache
Die Überbleibsel des Glaubens an Gott Kor in dem slowenisch ethnischen Gebiet
Die Quelle der Wörter kosez und zupan
Die nordischen Namen der karantanischen kneze - Fürsten
Die Erwiederung an Professor Franc Bezlaj
  
DIE SPUR FÜHRT NACH NORDEN

Das Interesse an der slowenischen Urgeschichte

Aus verschiedenen Gründen, vor allem aber wegen des 1200-jährigen Jubiläums der Christianisierung der Slowenen, wurde in den letzten Jahren in Slowenien wie auch im Ausland das Interesse an slowenischer Geschichte größer. Aber schon früher hat die slowenische Geschichte die Historiker und Sprachforscher wegen ihrer Rätsel und Eigenart mitten im europäischen Feld, angezogen. Das gilt ebenso für die Herkunft des Volkes, Bedeutung und Sinn der Einsetzungszeremonien der karantanischer Fürsten, aber auch für die innere Ordnung des karantanischen Sloweniens, deren Oberschicht die Bauern und Liberalen, die den Namen "kosez" hatten, waren. Der Sinn der Kosezen war den Historiker nicht klar. So dachten sie sich verschiedene Theorien aus, die aber alle nicht ernst zu nehmen waren.

Die slowenischen "Zupane"

Ebenso umfassend haben sich Historiker und Sprachforscher über die ungewöhnliche Oberschicht der slowenischen "zupan" (BürgermeIster) beschäftigt. Denn wieso hatten die Slowenen als einziges der slawischen und nichtslawischen Völker die "{zupan" und "kneze" (Bürgermeister und Edlinge) als gesellschaftlische Oberschicht? Und woher kamen diese beiden Wörter?

Woher der Name Karantanien?

Das dritte Rätsel war der Name Karantanien. War der Name keltischen Ursprungs oder noch älter, vielleicht ein ilirisches Wort? Einige meinten das Wort käme von den keltischen Karmov, andere aber vermuteten das Wort Karantanien kommt von einem Berg auf dem das Schloß irgendeines Knez stand (krnski grad), als ob das Schloß schon vor der Ansiedlung der Slowenen auf dem Berg stand. Oder kommt der Name vielleicht von dem keltischen Wort Cerant was Freund oder Verwandter bedeutete? Oder vielleicht von dem noch älteren Wort Caranto, was Fels oder Stein bedeutete? Aber warum übernahmen die Urslowenen diesen Namen, als sie in das Land zogen, heimisch wurden und einen eigenen unabhängigen Staat gründeten? Oder war der Einfluß der damaligen keltischen Bevölkerung so stark, daß sie Eindringlingen für ihre neue Heimat sogar den Namen gaben?

Das Rätsel der archiologischen Funde

Weitere Rätsel für die Historiker waren die archiologischen Funde auf slowenischem Boden, aus denen germanische als auch nordgermanische Einflüsse, als auch solche die nach Slowakei und Schlesien zeigten, zu erkennen waren. Österreichische und deutsche Archiologen legten vor allem Wert auf die germanischen Elemente ohne sich eine Vorstellung darüber zu machen, was für ein Volk in dieser Kultur lebte. Zur Zeit des Einzugs der Slowenen und der Gründung der karantanischen Republik paßten ebensowenig
germanische Elemente in die slowenische Kultur, wie die slowenischen in die germanische. So wurden bei Ausgrabungen der altslowenischen Grabstätten z.B. Armbänder gefunden, die die Wissenschaftler als von Wikinger stammend priesen. Dagegen hat aber der slowenische Archiologe Josip Korosec mit Nachdruck protestiert. Denn woher sollen Wikinger in diese Gegend kommen? Er war davon überzeugt, der Name Wikinger bezieht sich auf irgendein Volk - nicht auf die Skandinavier überhaupt, sondern Kaufleute,
Abenteuerer und Bauern, die ein neues Land zum besiedeln suchten. Gleiche Mißverständnisse erweckt auch die normanische Vorstellung von der Form der Festungen.

Militärische Macht der Karantanier

Rätsel für Historiker ist auch die so frühe Gründung der karantanischen Republik und ihre ungewöhnliche militärische Wirksamkeit, die trotz damaliger Verhältnisse lange durchielt im Kampf gegen Bayern, die die Slowenen zumindestens in den ersten Jahrzehnten nach der
Einsiedlung stark bedrängten. Die Slowenen ihrerseits fielen aber auch in Bayern ein. Sie kämpften aber auch erfolgreich gegen Obrom, Langobarden und sogar gegen Franken. Diese Völker waren in der damaligen Zeit die stärksten Streitmächte Europas. Was also hat den
Slowenen diese militärische Siege ennöglicht?

Ohne Zweifel war ihre militärische und gesellschaftlische Verbundenheit mit den knezen und zupanen (Adligen und Bürgermeistern), wie die Historiker vermuteten, aber keine Beweise vorbringen konnten.

Die erfundene Theorie über die "kosez"

Viele Fremde aber auch slowenische Historiker konnten oder wollten nicht glauben, daß sich das kleine slowenische Volk über Jahrhunderte seine Unabhängigkeit gegenüber seinen Feinden bewahren konnte. Es wurden Theorien erfunden, wie z.B: daß die Slowenen mit einer fremden Macht verbunden oder ihr untertan waren. Vielleicht einer türkischtatarischen, ugro-finischen oder irgendeiner anderen, die für die Slowenen die Siege auf den Kampffeldern errangen. Das untermauert aber die Behauptung, die Slowenen wären ein
friedfertiges, in ihr Schicksal ergebenes Volk, das sicher auch in Zukunft unter fremder Herrschaft leben konnte. Solche Theorien dienten vor allem nationalistisch ausgerichteten Historikern, deutscherund jugoslawischr Herrkunft, und das vor allem wegen der Wörter "kosez" .und "zupan:'. Das Wort kosez(Adliger) wurde in Verbindung dem mongolischen, türkischen oder tatarischen Wort "Kasak" und das Wort "zupan" (Bürgermeister) mit dem türkischen Wort "Coban", das auch die Serben übernommen hatten, was Hirte bedeutet. Und weil das Wort zupan im Türkischen Hirte bedeutete, wurde die Theorie erfunden, daß die Slowenen von einer fremden Herrschaft asiatischen Ursprungs beherrscht wurden, die ihnen auch militärische Hilfe aufgedrängt hatte.

Die Hartnäckigkeit der geerbten Vermutungen

Die Slowenen haben aber nie viel Wert auf all die Theorien gelegt. Manche waren beleidigend, die das Volk abwerten sollten, oft nur aus nationalistischen Haß. Manche wurden nur aufgestellt, um den Slowenen ein Gefühl der Minderwertigkeit zu vermitteln und so ihr sehnlichstes Verlangen nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit zu schwächen, und sie bei anderen Völkern lächerlich zu machen. Slowenen haben aber trotzallem weiter gemacht wie immer, fleißig gearbeitet und ihr Bestehen beschützt gegenüber allen, die im Namen fremder Ideeologie versucht haben sie zu vernichten. Slowenische Historiker, Archiologen,Entographen und Sprachforscher haben sich leider zu sehr an die alten, früher aufgestellten Vermutungen über den Ursprung der Slowenen, aufgehalten. Die Vermutung war, daß die Slowenen in ihr jetziges Land von Karpaten kamen, die die Wiege aller Slawen war. Sie verbauten sich so die Möglichkeit nach neuen Wegen zu suchen und vielleicht doch Resultate vorweisen zu können. Einige kamen dann doch zu der Überzeugung, daß man unbedingt neue Richtungen einschlagen muß um bei den Untersuchungen weiter zu kommen.

Alles zeigt nach Norden

Diese neue Richtung aber war der Norden. Dahin zeigten alle archiologische Funde aber auch die politische Verbindungen, da die Slowenen seit altersher immer eine Verwandschaft mit den Slowaken, die den Slowenen nicht nur dem Namen nach am nähesten stehen, vermuteten. Nach Norden aber zeigten auch die ältesten entographischen Elemente, vor allem die Sprache in der unzähligen skandinavischen Wörter bis in die heutige Zeit erhalten geblieben sind. Es ist seltsam, daß gerade die Sprache, in der Spuren der Herkunft am deutlichsten sind, von den Sprachforschern am allerwenigsten bewertet und untersucht wurde. Es sieht so aus, als ob die Sprachforscher sich nur mit Grammatik befaßt hätten. Sie hielten die slowenische Sprache für etwas was man unbedingt in Ordnung bringen und verschönern müßte. Und als Teil einer grossen slawischer Ganzheit, der man auch die slowenische Sprache anpassen müßte. Es wurde nach Verwandschaft mit anderen slawischen Sprachen gesucht, nie aber mit den nichtslawischen, wie etwa den
skandinavischen Sprachen. Weil die Sprachforscher die im Slovenischen vorhandenen skandinawischen Woerter als etwas negatives erachteten, haben sie diese Woerter ausgemerzt und durch andere ersetzt.

Die künstliche slowenische Sprache

Deshalb ist Slowenisch so verunstaltet worden, daß man es heute als eine unnatürliche künstliche Sprache bezeichnen muß. So haben wir Slowenen heute zwei Sprachen. Eine, die man in den Schulen als Rechtschreibung lernt, sie gilt für Schriftum. Die andere aber spricht man zu Hause in den Familien und untereinander. Diese zweite ist eigentlich die richtige, lebendige und tief verwurzelte Sprache der Slowenen. Z.B. sagt man "ja", man schreibt aber"da", was auch ja bedeutet und wird nur in Büchern und Zeitungen gebraucht. Man
würde sich lächerlich machen, wenn man "da" in Gesprächen gebrauchen würde. Wir dürfen unseren Sprachforschern mit Recht vorwerfen, daß sie sich nicht genügend mit der Vergangenheit der Slowenen befaßt und die echte slowenische Sprache verunstaltet haben. Die uralten Wörter, vor allem die, die ihnen fremdartig oder als von anderen Völker ausgeliehen vorkamen, aus der slowenischen Sprache ausgemerzt und durch neue ersetzt haben.

Skandinavische Elemente in der slowenischen Sprache

Es wundert daher nicht, daß verschiedene slowenische Historiker den Sprachforschern den Vorwurf machen, ihnen keine grosse Hilfe bei ihrer Forschungen zu sein. Es kam so weit, daß sich die Historiker selbst mit dem Studium der slowenischen Sprache befassen mußten, um ihre eigne Arbeit voran zu treiben. Hier zeigt sich schon wie schwerwiegend die Unterlassungen für slowenische Sprache und Geschichte sind. Die slowenische Wissenschaft vermißt bitterlich ein Wörterbuch mit alten Begriffen für Eigennamen, Ortsnamen und vor allem Begriffe für die Dinge des täglichen Gebrauchs, die aus dem Worterschatz der Slowenen entfernt und durch neue ersetzt wurden.

Skandinavische Wörter in der slowenischen Sprache sind so viele, daß man schon beim oberflächlichen Studium erkennen kann, daß sie sich nicht einfach so oder auf eine mysteriöse Art, in die Sprache eingeschlichen haben konnten, sondern eine Verbindung mit
den uralten slowenischen Wörtern und der skandinavischen Sprache bestehen muß. Die alte slowenische Sprache erzählt uns wunderbar die Sage von dem Ursprung des Volkes und seine Geschichte, die bis jetzt leider noch ungeklärt blieb.

Spuren skandinavischer Mythologie

Trotz allen haben die slowenischen und auch fremde Historiker die Wahrheit vom Ursprung der Slowenen zumindest erahnt. So haben z.B. österreichische Historiker entdeckt, daß bei den Slowenen viele Elemente verwandt sind mit den skandinavischen, so z.B. die Form der slowenischen Dörfer und Bauernhöfe die in der Nähe der Stadt Trbovlje und anderwo in Slowenien zu finden sind. Ebenso bestimmte Formen der Schorsteine, der Ställe, des Holzpfluges, des Bienenstocks, Umzäumungen u.s.w. Die Wiege der skandinavischen
Mythologie im Volksglauben ist die Stadt Omrot, die ihrem Namen nach dem skandinavischen Gott Ormozd haben soll. Der Endograph Ludwig Knetenbacher hat in slowenischen Volksliedern starke Spuren der germanischen Mythologie entdeckt.

Die zeremonielle Einsetzung (Festlegung)

Der österreichische Historiker Graber entdeckte schon vor Jahrzehnten, daß die rituelle Einsetzung der Edlinge in Kärnten stark an die rituelle Einsetzung Edlinge in Skandinavien erinnern. Da er seine Meinung mit Nachdruck vertrat um den deutschen Einfluß zu
bekräftigen, haben die slowenischen Historiker seine Theorie entschieden verworfen und versucht ihrerseits eine Verwandschaft der Rituale mit den slawischen Völkern zu beweisen. Obwohl sie andererseits der Meinung zustimmten, daß Adlige in Kärnten ihre Macht vom Volk bekamen und nicht nur vom Militär und von Aristokraten, wie es in anderen Ländern üblich war. Trotzdem war die Theorie vom Graber wichtig, weil sie die Vermutung bekräftigte, daß die ursprüngliche Heimat der Slowenen irgendwo in der Nähe Skandinaviens liegen muß oder das Volk der nordgermanischen Rasse entsprang. Woher sind denn all die verwandten Elemente in die slowenische Kultur und die Sprache gekommen, und in der Macht der knezen?

Auch einige slowenische Untersucher (Forscher) kamen zu der Überzeugung, daß sich die slowenischen Volkslieder ganz und gar von den Volksliedern anderer slawischen Völker unterscheiden, den "deutschen und romanischen" aber sehr ähnlich sind. Aber auch sie
kamen nicht auf die Idee, die slowenischen Volkslieder mit den Volksliedern der skandinavischen Völker zu vergleichen.

Verwandschaft zwischen der slowenischen und der skandinavischen Sprache

Sehr viele Begriffe der skandinavischen Sprache, wie Norwegisch, Dänisch und Schwedisch sind ähnlicher der slowenischen Sprache gleicher Bedeutung, als Wörter gleicher Bedeutung der deutschen Sprache, obwohl die Slowenen schon im zweiten Jahrtausend in
unmittelbaren Nachbarschaft mit deutsch sprechenden ethnischen Gruppen leben.

Umgekehrt wäre es logischer, so daß der Worterschatz der Slowenen der deutschen Sprache ähnlicher wäre als der skandinavischen.

Hier nur einige Beispiele der slowenischer Wörter, die in Skandinavischen gleiche Bedeutung haben:

ape-opica (Affe), barsk-brz (schne), besök-obisk(Besuch), bunke-nabunkati(verprügeln), butt-butniti (anstossen), drag-draziti(ärgern),drome-dremati(dösen,traumen), drysse-trositi (streuen), gnata-gnati (treiben), gnida-praskati se, gnida (sich kratzen), graba-grabiti (harken,greifen), grunda-gruntati (überlegen), gunga-gungati se (schaukeln); Hel-cel (ganz), hit-hitro (schnell), köpa-kupiti (kaufen), länk-clenek (Glied), mange-mnogi (viele), mare-mora (Alp), mena-meniti (meinen), minne-spominjati se (sich erinnern), möie-mujati se (sich bewegen), mörk-mracen, mrk(finster), pigg-pikati se (sich stechen), rädda-resiti (retten), rappa-nadrapati, nabiti koga (jemanden verpügeln);sael-vesel(froh), sen-posen (spät), skada-skoda (Schaden, schade), spöke-strasiti, spaka (erschrecken), strö-stresati (schütteln), strype-strup (Gift), tänja ut-stanjsati, tiga-molcati (still sein, schweigen), tiske-sepetati, tise (flüstern), torg-trg (Markt)tycka-tuhtati (aushecken), udd-ud (Gliedmassen, Glied), vädra-vedriti (sich aufheitern), värd-vreden (wert), vandra-vandrati (wandern), vargvolk (Wolf), vingaard-vinograd (Weinberg).

Ves und Borjac

Das slowenische Wort ves oder vas ist zweifelsfrei aus dem skandinavischen Wort "vik" entstanden, das Bucht oder bedeutet. Wahrscheinlich äme niemand auf die Idee, daß der Name unserer Küstenstadt Borjac pristna aus dem norwegischen Wort "bo" (wohnen)
und "beboer" (wohnender), entstammt.

Sicher findet man auch in anderen slawischen Sprachen Ähnlichkeiten mit der Skandinavischen, doch sind diese in den slowenischen Wörtern von gleicher Bedeutung zu finden, vor allem in den uralten Wörtern, über deren Herkunft sich die Sprachforscher bis heute nicht einig sind. So hat z.B. Prof Franze Bezlaj die Quelle des Wortes "bula" gesucht, das früher die Sprachforscher als das deutsche Wort "Fülle" gedeutet haben. Er konnte beweisen, daß das Wort auf keinen Fall deutschen Ursprungs sein kann. Er war der Meinung, das Wort "bula" kann aus dem Lateinischen"botala" (Eigenweide) stammen, vergaß aber in das Wörterbuch einer skandinavischen Sprache nachzusehen, sonst hätte er im Norwegischen z.b. das Wort bugne-napihovati (aufblasen), buk-trebuh (Bauch), bule-bula, bulk-vzboklina (Kniefall), bulke-vzbociti se (auf die Knie fallen), gefunden. Wörter mit gleicher Wurzel sind auch in anderen skandinavischen Sprachen zu finden, so daß kein Zweifel bestehen kann, daß das Wort "bula" ins Slowenische von dort kam und sogar die gleiche Bedeutung hat.

Ähnlichkeiten der Wörter sind kein Zufall

All die Ähnlichkeiten der Wörter mit gleicher Bedeutung kann nicht zufällig sein. Überhaupt wurde die slowenische Sprache bis heute nur in der Richtung der alten slawischen und anderen nahe gelegenen Sprachen, wie Deutsch, Ungarisch und Lateinisch untersucht und verglichen. Auf die Idee, Vergleiche mit den skandinavischen Sprachen zu erstellen, kam man schon wegen der geographischen Entfernung nicht, die Völkerwanderung wurde nicht in Betracht gezogen. Man verließ sich auf die Theorie, Slowenen kämen, wie alle slawischen Völker, von den Karpaten. So haben wir es alle in der Schule gelernt,und so steht es noch heute in allen slowenischen Geschichtsbüchern geschrieben. Bei niemanden sind Zweifel aufgekommen und niemand hat sich gefragt, was eigentlich das mystische Karpaten bedeutet.

Das mystische Karpaten

So hat sich im slowenischen Volk die unkritische Meinung eingenistet, Karpaten ist die Wiege aller slawischen Völker und das Nest einer Rasse. Es bekam eine mystische Bedeutung, wie etwa das mystische Germanien, wie es die Neonazisten propagierten. Wegen dem Glauben an das mystische Karpaten aus dem die Urslowenen gekommen sein sollten, wundert es nicht, daß alle slowenischen Historiker und Sprachforscher den Ursprung des Wortes "kosez" in dieser Eichtung suchten, sogar in türkisch-tatarischen Sprache und meinten, das Wort wäre von gleicher Bedeutung wie "Kosak". Prof. Ljudmil Hauptmann, der von Geburt Slowene ist, meinte "kosez" stammt von Mongolen. Er war der Meinung, Slowenen waren Sklaven, die in der Vergangenheit immer unter fremder Herrschaft gelebt haben. Er war unermüdlich bemüht zu beweisen, daß Kroaten die karantanische Republik gründeten und sie auch die "knezi" und "kosezi" waren, Slowenen aber ihre Sklaven. Nach der Meinung von Bogo Grafenauer, gebrauchte Hauptmann diese Theorie um die jugoslawische Unitaristen zu verteidigen. Bogo Grafenauer "Ustolicanje koroske vojvodi in drzava karantanskih Slowencev" (Ljubljana
1952, Seite 32).

In dem Wort "kosez" wird wirklich der Schlüssel zur Klärung der urslowenischen Geschichte vermutet, aber in einem anderen Zusammenhang, als nach der Meinung oberflächlicher Historiker und Sprachforscher.

Die Theorie Hauptmanns und fremde Historiker

Die Theorie Hauptmanns kam vor allem den deutschen neonazistisch orientierten Historikern und Politikern zugute, die versuchten, das slowenische Volk abzuwerten und zu erniedrigen, um eigenen Interessen Gewicht zu verleihen. Sie haben die Theorie Hauptmanns mit Freude aufgenommen und wir koennen sie in einer Reihe österreichischen Geschichtsbücher wiederfinden. Sogar in den neueren Büchern, wie z.B. in dem Buch von Manfred Stark "Untersteiermark unvergessene Heimat" (Gradec 1965), aus dem noch unverkennbar der Geist aus der Hitlers Zeit weht. In diesem Buch finden wir die nicht ernst zu nehmenden Sätze, mit denen er versucht Slowenen und ihre Geschichte lächerlich zu machen: "Ganz im Westen bei der Stadt Radgoni und um Omroz herum, haben Avaren einen Spliter einer
russischen Rasse angesiedelt. Von Natur aus ein friedliebendes Volk, waren Slowenen ganz dem Willen der Avaren untertan, die über sie herrschten. Dann haben die Kroaten die Herrschaft über die Slowenen übernommen aus deren Reihen die knezi kamen ... und Karantanien gründeten. Karantanien mit ihren kroatischen konnte sich noch ein Jahrhundert seine Selbständigkeit erhalten" Seite 30 und 31. Diese Verleumnung war für die Slowenen genauso abwertend, wie die Theorie Hauptmanns.

Antropologische Beweise

Ethnische Verwandschaft der Slowenen mit den Voelkern Skandinaviens beweist auch die Zugehoerigkeit zu der gleichen Rasse. Slowenische Wissenschaftler haben bis jetzt die antropologischen Messungen der Knochengerüste, die bei Ausgrabungen der uralten
slowenischen Grabstätten gefunden wurden, verworfen, vor allem deswegen, weil das antropologische Wissen bei den Slowenen noch sehr schlecht entwickelt ist, sogar an den Universitäten war die Antropologie nicht gefragt. Deswegen haben die antropologischen
Messungen an den Knochengerüsten aus den uralten slowenischen Grabstätten fremde Antropologen, vor allem österreichische, durchgeführt.

Wie Dr. Josip Korosec in dem erschienem Buch "Staroslowenske grabisce v severi Slowenien" (Altslowenische Grabstätten in Nordslowenien) schrieb, sind alle notwendigen Messungen schon von dem Antropologen Told durchgeführt worden. Er hat die
Skelettfunde nicht nur aus den altslowenischen Grabstäten in den Gegenden, die vermutlich zu dem slowenischen Karantanien gehörten verglichen und kam zu dem Ergebnis, daß sich diese Knochenfunde in nichts zuden Knochenfunden aus westdeutschen Grabstätten, und auch den Knochenfunden von anderwo, unterscheiden. Archiologen und Ednologen folgern daher, daß Menschen einer ethnischen Rasse den ätten begraben wurden, auf grund der Grabbeigaben, wie Schmuck und Werkzeuge.Das ist aber auch unzuverlaessig, weil die alten Slowenen oftähnlichen oder sogar gleichen Schmuck trugen, wiedie benachbarten Germanen.

Jedes Volk hat den Wunsch seinen Ursprung zu kennen

Wie jeder Mensch wuenscht sich auch jedes Volk seine Herkunft zu kennen, damit es besser seine Persoenlichkeit und seinen Charakter verstehen kann, sich weiterentwickeln und vervollkomnen kann, aber auch um seine Geschichte besser  zu verstehen. Auch fuer uns Slowenen ist es wichtig und interessant letztendlich unseren Ursprung zu erkennen. Wo war unsere Urheimat? Wo war die Wiege unseres Volkes? Und warum und wie sind unsere Vorfahren in unsere heutige Heimat , und haben sie gegen ihre Feinde bis heute verteidigt?

Um unsere Urheimat zu finden, müssen wir den Spuren folgen und den Weg gehen, den uns die archiologischen Funde, Entographie und vor allem die unzähligen skandinavischen Wörter in unserer Sprache weisen.
  
Der Volksname Slowenien ist skandinavischen Ursprungs

Die genausten und neusten Untersuchungen darüber, wie die skandinavischen Wörter ins Slowenische kommen und die Theorie wo die Slowenen ihren Ursprung haben, stellt alle bis jetzt erstellten Vermutungen auf den Kopf und öffnet der slowenischen Wissenschaft völlig
neue und ungeahnte Perspektiven. Gleichzeitig stellt sie aber auch Historiker, Archiologen und Ednographen skandinavischer Völker vor große Rätsel, für sie noch ganz neue Gebiete, die ihnen selbst helfen werden, die eigene Geschichte besser zu verstehen.

Slowenen und Slowaken

Als erstes muß man herausfinden, wo überhaupt unser Volksname verbreitet ist. Slowenen und Slowaken vereinigt der gleiche Name. Bei uns Slowenen steht der Name nur für unsere Heimat. Da die Slowaken sich aber auch als Slowenen bezeichnen und auch eine grosse sprachliche Verwandschaft besteht, muß man davon ausgehen, daß die Slowenen und Slowaken in der Vergangenheit ein Volk waren, das sich spaltete und die Verbindung zueinander verlor.

Slawonien

Auch der Name Slawonien ist zweifelsfrei aus dem Namen Slovensko oder Slovenija unter mancher Veränderung entstanden. Denn erstens hieß es, wie die Geschichte berichtet Slovinje, was dasselbe bedeutet, also Slawonien. Das heutige Slawonien entstammt dem
lateinischen Namen Sclavania. Das heutige Slawonien, das zwischen Drave und Gvorzd liegt, hat sich selbständig entwickelt und wurde am Anfang des 10. Jahrhunderts Kroatien zugeordnet. Anfang war aber Slowenien dem Slawonien näher als Kroatien. Der Herrscher von Slawonien Ludovit wurde von Slowenen im Krieg gegen die Franken unterstützt und nicht von Kroaten. Der Herrscher von Kroatien Borna hat sogar mit den Franken sympathiesiert gegen den slawonischen Herrscher Ludovit und an ihrer Seite gegen die Slawonen gekämpft und auch gewonnen. Ende hat ein Dalmatien-Kroate Ludovit hinterhältig umgebracht, wahrscheinlich auf Bestellung der Franken, wie die Historiker vermuten.

Schlesien

Slowenien, Slawonien und Slowakei sind die einzigen Ländern in der ganzen slawisch sprechenden Welt, die sich selbst als Slowenen bezeichnen. Weil wir aber als erwiesen annehmen müssen, daß die Slowenen als auch wenigstens ein Teil der slawonischen
Urbevölkerung aus slowakischen Richtung gekommen sind, müssen wir also von da an arifangen die Spur zu suchen, um den Ursprung unseres Volksnamen und unseres Volkes zu finden. Diese Spur brauchen wir nicht lange zu suchen. Wir finden sie gleich in der Nähe
der Slowakei, ein Land mit dem Namen Slezia. Der deutsche Name ist Schlesien. Dieser Name hat sich bestimmt aus dem einstigen slowanischen Namen entwickelt, der nun "Slovenko" heißen konnte.

Als aber vor vielen Jahrhunderten die Deutschen die Herrschaft in diesem Land übernahmen, wurde sein Name eingedeutscht, wahrscheinlich nannten die Deutschen aber schon früher dieses Land Schlesien. Aus dem Namen Slovenko ist der verkürzte Name
Slensko entstanden. Möglich ist aber auch, daß der Name Slovensko für Schlesien schon in der Aussprache der slowenischen, polnischen und slowakischen Bevölkerung dieses "Nil verloren hat, denn schon vor Zeiten ist "N" in der slowenischer mundart verloren gegangen. Im Nordosten Sloweniens lieg z.B. an der Drav näher Ptuj in Richtung gegen Maribor, ein Dorf mit dem Namen "Slovenja vas", was aber nur eine amtliche Veränderung ist. In Wahrheit sagen alle Dorfbewohner immer nur "Sloveja ves". Das war wahrscheinlich auch
mit dem Namen Schlesien so. Aus Slovensko wurde Slensko und daraus der deutsche Name Schlesien.

Der Umzug der Slowenen

Mit dieser Vorstellung im umgedrehten Sinn können wir der Spur mühelos folgen aus der unsere Vorfahren kamen. Schlesien-Morawien- Slowakei-Ost Alpen. Der Teil der slowenischer Urbevölkerung, der sich eine neue Heimat suchte, ging aus der Slowakei wahrscheinlich die rechte Donauseiteentlang nach Süden und siedelte am südlichen Rand der Ebene, südlich der Drav. Dort lebte dieser Teil der Slowenen etwa 300 Jahre unabhängig, bis sie, wie gesagt, Kroatien angeschlossen wurde (Slawonien).

Durch Schlesien fließt der große Fluß Oder, und man kann sich leicht vorstellen, daß der andere Teil der Slowenen, der eine neue Heimat suchte, an dem Fluß entlang Richtung Süden ging und kam, nachdem es einige Berge überquert hatte, direkt nach "Moravsko Slowansko". Es ist nicht bekannt, wann sich die Mehrheit der Slowenen auf den Weg machte, sicher ist aber, daß die Wanderung schon früher und etwas westlicher anfing, wahrscheinlich in Mecklenburg.

Wendenland

Mecklenburg in Brandenburg war noch im späteren Mittelalter als das Wendenland, das Land der Wenden, bekannt. In slowenischen Geschichts- und Lehrbüchern gilt Wendenland als die Heimat der polabischen Slawen, die von den Deutschen die Wenden oder die
Wendischen genannt wurden, genauso wie die Sorben und die Slowenen und das ist bis heute so geblieben. Schon die Tatsache, daß auch die Slowenen unter diese Bezeichnung fielen, nicht aber die Südslawen und auch nicht die Tschechen, müßte für alle slowenischen Historiker, die die Geschichte der Slowenen und ihre Herkunft untersuchen Achtung bedeuten. Doch haben sie bis jetzt dieser Tatsache keine Bedeutung beigemessen, als ob sie nur ein Irrtum der Deutschen und ihrer Chronisten wäre.

Klar ist auch, daß der Name Wenden nur die gekürzte Form von "Slowendi" oder "Slowenden" ist. Ausgelassen ist also nur die Wurzel des Wortes "slo", die den Deutschen nichts sagte und ihnen zuviel war, was aber auch völlig verständlich ist, aus der Sicht der deutschen Sprachgesetze.

Gorica

Daß die Slowenen vor ihrer Einsiedlung im Süden längere Zeit in den norddeutschen Niederungen an der Küste des westlichen baltischen Meeres lebten und sich auch tief ins Landesinnere ausbreiteten, beweisen uns neben den vielen Ortsnamen die die Silbe "Lub" oder "Lüb" beinhalten und viele Orte mit der Silbe "lipa", aber auch viele andere Ortsnamen, trotz der jetzigen deutschen Fonn. Viele dieser Ortsnamen können wir in unserer jetzigen Heimat heute so oder ähnlich wieder finden. So z.B.: für Warpno-Vrbno, Krackow-Krakovo
bei Ljubljana, Wartin-in Slowenien können wir mehrere Orte mit der Wurzel "Vrt" finden, z.B. Vrsno, Vrtojba, Vrtovin; Wrizen-Breze, Brezice; Liepen-Lepena, Kemnitz-Kamnica, Trent-Trenta, Stargrad-Stari grad, Rogösen-Rogoznica, Trebin, Treblin-Trebnje,Trebce,
Plaue-Plavje, Pessin-Pesnica, Melchin-Malhinje, Mavhinje, Mestlin-Mesto, Brasewitz-Brezovica, Wismar-Vizmarje, Lobnitz-Lipnica, Buchwitz-Bukovica, Nowa ves-Nova vas, Ribnitz-Ribnica, usw. Weiterhin entdecken wir unwahrscheinlich viele Ortsnamen, die an den slowenischen Ortsnamen Gorica erinnern und sind sehr wahrscheinlich auch mit diesem Wort in Verbindung zu sehen. Z.B. Goritz, Göritz, Göhren, Gönnin, Gartz, Garz, Görzke, usw. Die zusammengesetzten Namen mit dem Wort Gorica sind besonders kennzeichnend auch für das heutige ethnische Slowenien und haben ihre besondere Bedeutung, wie wir noch sehen werden.

Eine weitere Spur

Mancheiner würde einräumen, daß in der norddeutschen Niederung gegen Baltikum möglicherweise Slawen lebten, aber wie beweisen, daß es gerade die Slowenen waren? Beweis ist, wie gesagt der Volksname Schlesien, wegen der vielen gleichen oder ähnlichen
Ortsnamen, die Bezeichnung für Dorf "Ves" oder "Vas", was nur dort und in Slowenien zu finden ist, und einiges mehr, das wir noch erwähnen werden.

Es gibt viele Beweise die dafür sprechen, daß die Urheimat der Slowenen am baltischen Meer liegt, aber keine die das Gegenteil beweisen könnten.

Da aber fast jedes zweite slowenische Wort einen skandinavischen Ursprung in seiner Wurzel hat und man sogar in kleineren skandinavischen Wörterbüchern wenigstens tausend Wörter finden kann, die sehr den slowenischen ähneln und da auch gramatische
Ähnlichkeiten bestehen, kommt die Frage auf, ob diese Wörter wirklich nur ausgeliehen oder angenommen wurden aus den skandinavischen Sprachen und wenn sie nicht zur slowenischen Grundspache gehören und auch nicht slawischen Ursprungs sind, stellt sich zugleich die Frage, ob das Baltikum wirklich die Urheimat der Slowenen war oder sie auch nach dort von anderswo gekommen sind.

Schleswig

Wenn wir die Spuren dieser Wanderung in der Nachbarschaft Mecklenburgs suchen, stossen wir auf Schleswig. Das ist der südlicher Teil der Halbinsel Jütlands. Der Nordliehe Teil gehört zur Dänemark, südliche zu Deutschland. Die erste Hälfte diesen Namens ist aber
gleich dem Namen Schlesien und bedeutet sicher auch das gleiche - Slovensko- oder skandinavische Form Slovensk. Die zweite Hälfte des Namens Schleswig- also wig- ist aber skandinavische vik, was Dorf oder Bucht bedeutet. Jedes Dorf oder Bucht bedeutete für die
Bewohner auch immer eine sichere Zuflucht. Das Wort Schleswig bedeutet also wörtlich nur Slovensk-vik, slovenska vas (slowenisches Dorf oder slowenischer Ort). Der Name des Ortes, der heutigen Stadt, ist später auf das ganze Land übergegangen und erhalten
geblieben, so bei den Deutschen als auch bei den Dänen.

Wir müssen zwei Möglichkeiten in Betracht ziehen. Erstens, daß sich das Land der Slowenen von der Küste des baltischen Meeres vom heutigen Mecklenburg (dieser Name wurde erst im Jahre 995 in der Chronik erwähnt) bis auf den südlichen Teil der Halbinsel Jütlands erstreckte, oder zweitens daß sie schon vorher in Schleswig lebten und sich von dort in Bewegung setzten gegen Südosten, entlang der Küste.

Sechs Slowenien

Möglich wäre beides, doch ist aus verschiedenen Gründen die zweite Theorie glaubwürdiger. Die erste Erklärung, die die zweite Theorie bestätigt ist die, daß der Name Schleswig erhalten geblieben ist und sich geographisch nichts verändert hat. Das läßt vermuten, daß das damalige slowenische Land ein anderes war und nicht das spätere Wendenland. Die zweite Erklärung ist die, daß in dem Namen Schleswig der Einfluß nordischer Sprachen sichtbar ist im Gegensatz zu dem Namen Schlesien (vik, ves) und kann darum nur aus rein slowenischen Form "Slovensko" oder "Slensko" entstanden sein. Die dritte Erklärung ist die, daß es in Schleswig keine Orte mit slawischen Namen gibt, mit denen Mecklenburg (Wendenland) nur so zugepflastet ist, was bedeutet, daß die Slawen nie bis nach Schleswig kamen, oder daß die Slowenen, als sie in Schleswig lebten noch nicht slowenisch sprachen. Und die vierte Erklärung ist, daß wir Slowenen in unserer Sprache so viele skandinavische Wörter haben. Wir können das ruhigen Gewissenes mit der Entstehung
des Names Schleswig in Verbindung bringen und vermuten, daß sie ins Slowenische aus der Richtung kommen in der sie die nördliche Form des slowenischen Landes wiederspiegelt. Und weil es offensichlicht ist, daß unsere Vorfahren schon in Mecklenburg und Schlesien
Slowenisch sprachen, können wir annehmen, daß die skandinawische Wörter in unserer Sprache schon früher - oder sie waren vielleicht schon immer in ihr - und das sie mit sich brachten aus Schleswig, aus den skandinavisch sprechenden Gebieten. Das ist viel glaubwürdiger, als die Möglichkeit, daß ein so großer Teil des slowenischen Wortschatzes, der skandinavische Teil erst in Norddeutschland angenommen worden ist.

Von Slowenien bis Schleswig ziehen sich also sechs "Slowenien" - Slowenien, Slowakai, Slawonien, Schlesien, Wendenland und Schleswig. Das sind alles Spuren, die die Slowenen bei Ihrer Auswanderung aus Nord- nach Mitteleuropa zurückgelassen haben und nicht übersehen werden können.

Woher der Name Slowenen?

Woher kam das Volk und woher hatte es seinen Namen?

Es ist offensichtlich, daß die Slowenen ihren Namen schon während ihres Aufenthaltes in Schleswig hatten, als sie auf der Halbinsel Jütlands lebten. Und weil man nicht außer acht lassen kann, daß der Kern der slowenischen Sprache einen nördlichen Ursprung hat, müssen wir uns dringend fragen, ob nicht auch unser Volksname seinen Ursprung im Norden hat. Darüber hat sich aber bis jetzt, so weit bekannt, noch kein slowenischer Historiker oder Sprachforscher Gedanken gemacht. Alle waren sie mit der Erklärung einverstanden, der
Name Slowenenien würde aus dem altslawischen "slov" kommen, was das Wort oder das Sprechen bedeutet. Es wurde angenommen, daß der Name in der Gegenden Russlands oder Karpaten entstand .. All, die sich darüber Gedanken machten oder darüber debatiert haben, haben es nämlich als selbstverständlich angenommen, Slowenen kämen von den Karpaten oder aus den osteuropäischen Moorgebieten. Und so suchten sie logischerweise nicht weiter in anderen Richtungen.

Man kann es nicht mit slawischen Wurzeln erklären

Aber die moderne, kritische Wissenschaft kann nicht mit geerbten Erklärungen zufrieden sein. Entledigen muß man sich der Begriffe, die von Unwissenden erschaffen wurden und nur Tatsachen berücksichtigen. Tatsache aber ist, daß wir Slowenenen ein mitteleuropäisches Volk sind, und das bezeugen unseren ethnischen rassischen Ähnlichkeiten bis bis zu unseren Volksliedern und unsere ganze Volkskultur. Und es gibt nirgendwo Beweise, daß unser Vorfahren Hirten für die Viehherden am Don oder Djepr waren. Die Wissenschaft muß in Erwähgung ziehen, daß wir von anderswo karnen, nämlich vorn Norden. Damit wird aber klar, daß sie sich dort als Volk gebildet und ihren Namen bekommen haben.

Unterdessen läßt sich der Name Slowenien nicht mit einer slawischen Wurzeln erklären oder nur sehr oberflächlich. Andererseits kann der Name Slowenien leicht in den skandinavischen Sprachen einen Sinn ergeben. Das offenbart aber vor uns ein großes Geheimnis der allerältesten slowenischen Geschichte. Diese Vergangenheit und Quelle unseres Volkes ist so phantastisch, daß sie uns vorkommt wie ein Märchen oder ein wunderbarer Volksepos und dennoch bezeugt sie viele Beweise (Tatsachen).

Solvendsk – Slowenen

Der Name Slowenen kann nur aus dem altskandinavischen Wort "Solvende" das zusammengesetzt ist aus "sol" (Sonne) und "vende" (wenden). Es bedeutet also zur Sonne hin wenden. Sein Sinn ist aber "die an der Sonne" (Sonnenseite). Später, wahrscheinlich nachdem sich die skandinavischen Slowenen schon angepaßt hatten, hat sich die erste Silbe verändert. Aus sol wurde slo. Aus Solvendske wurde Slovenske und daraus Slowensk. Aus der skandinavisch selbständigen Form Solvender ( die, der Sonne zugewandten) wurde Solvend-ci, wie aus dem Wort sol slo wurde. Die Deutschen gebrauchten nur den zweiten Teil des Wortes und nannten die Solvenden “Wenden”. Die skandinavische Endung des Wortes tauschten sie aus in en, wie es bei ihnen üblich war. Total sinnlos und sprachlich unhaltbar ist die Erklärung verschiedener großdeutschen nationalistischen Historiker, die behaupteten, der Name “wenden” bedeutet Weidende, Hirten. Damit wollten sie beweisen, daß die Slowenen irgenwelchen osteuropäischen Rassen entstammen. Das sollten auch die slowenischen Wörter “kosez” und “zupan” beweisen, die angeblich mongolischen Ursprungs sind.

Reste des skandinavischen Wortes Solvende können wir auch heute dort finden, wo in früheren Zeiten die Schiffe der Wikinger fuhren. "Solent” heißt ein Ärmelkanal zwischen der Insel Wight und der südenglischen Küste, dort wo die Wikinger ihr Schiffe in Richtung
Süden oder besser gesagt in Richtung Südwesten in Fahrt brachten.

Auf der Spur des Wortes solvend"

Auch im Norden der britischen Insel hinterließen die Wikinger Spuren ihrer Handels- und Eroberungsfahrten, in dem Namen Solway, für die Bucht Solway Firth zwischen dem englischen Cumberland und schottischen Galoway. Der Ausdruck Solway ist natürlich schon verändert und der englischen Sprache angepaßt, er gibt aber trotzdem den Sinn des skandinavischen Wortes "nach Südenwenden" wieder.

Aber auch in Schleswig finden wir diese Bedeutung, diesmal in Gestalt des Wortes selent. Das ist der Orts- und Seename bei Kiel. Auf der skandinavischen Halbinsel finden wir viele Spuren mit diesem Namen. Ohne Zweifel haben aber die Insel und der Ort Solund vordem
Eingang zum langen Sognefjord in Norwegen ihren Namen von lIsolvend" erhalten. Dort mußten die Schiffe der Wikinger, die den Fjord verließen in Richtung Süden, wenden.

Vendsyssel

Schleswig ist wirklich der südlichste Teil der Halbinsel Jütlands und von ganze Skandinavien. Es wäre darum verständlich, wenn andere skandinavischen Rassen diese Skandinavier "solvenden" genannt hätten. Im Süden Dänemarks, in Schleswig auf der Insel Fyn bis zur Grenze der Insel Fehrmarn und Lübeck an der Küste Norddeutschlands gibt es viele Ortsnamen, in denen die Etimologen vielleicht die Spuren des Wortes "solvende" oder "solvendske" finden könnten. Z.B. in dem Namen Fyn, Fanö und Fehrmarn. Aber ohne gründlichen Kenntnisse der skandinavischen Etimologie kann man hier nichts ausrichten. Das ist Sache der Sprachforscher. Doch kann man solche Ortsnamen auch anderswo auf der Halbinsel Jütlands und auf den Inseln herum finden, wenn auch etwas seltener. Möglich wäre auch, daß früher alle Skandinavier auf der Halbinsel sich Solvenden nannten. Es kann aber auch sein, daß die Slowenen langsam anfingen, nach Süden abzuziehen. Ungewöhnlich groß ist die Zahl der Ortsnamen, die mit Svend, Sven, Sönder, Süder, Svin u.s.w. anfangen.

Weil es scheint, daß diese Ortsnamen meistens ohne jede Verbindung zu den lokalen (geogrphischen) Verhältnissen sind, und daß das Wort Sönder oder Süder keineswegs Südseite bedeutete- oft liegen diese Orte z.B. auf der Nordseite bestimmter Inseln oder
Buchten und es Namen, die mit Nord anfangen relativ wenige gibt - können wir daraus folgern, daß sie wirklich slowenische Siedlungen bedeuteten. Glaubwürdige Beweise, daß die Slowenen wirklich vom Norden nach Süden zogen, finden wir ganz im Norden der
Halbinsel, gegenüber Limfjord. Die Landschaft am Ende der Halbinsel trägt nämlich den Namen Vendsyssel (wendischer Ort, Ort der Wenden), ausgefallen ist (warscheinlich mit der Zeit) die Silbe Sol. In dieser Landschaft liegen auch einige Orte, die man in Verbindung
mit dem Wort Solvende oder Solvendsk bringen kann: Sindal, Söndstrup, Sönderskov, Saltum (Solvendum?), Lönstrup usw.

Die Spur führt nach Skandinawien

Vendsyssel ist schon das siebte "Slowenien", das wir auf den Spuren der Wanderung unserer Vorfahren entdeckt haben. Fast sicher ist, daß auch Vendsyssel nicht die Urheimat der Slowenen ist, sondern bedeutete nur eines der Aufenthalte ihrer Wanderung nach Süden,
wahrscheinlich nur ein Stützpunkt auf der Halbinsel Jütlands, wo sie mit ihren Schiffen landeten, mit denen sie vom Norden an der Küste der skandinawischen Halbinsel entlang kamen. Der Norden der Halbinsel war aber besiedelt von Jütih oder Jydih, nach denen auch
die ganze Halbinsel den Namen bekam. Die Slowenen haben sich also nur für kurze Zeit auf der Nordseite der Halbinsel aufgehalten, aber lange genug, um Erinnerungen an sich in bestimmten Gegenden und so manchen Orten zu hinterlassen. Es kann nicht gesagt werden, ob sie das Land mit Gewalt einnahmen oder ihnen die Jüten freiwillig den Aufenthalt gewährten. Wahrscheinlich das erste, hinsichtlich der Überlieferung der ältesten dänischen Geschichte, die davon erzählt, daß (kriegerische) erobernde Wikinger vom Norden der skandinawischen Halbinsel kamen, ganz Dänemark eroberten und sie später in eine Republik organisierten. Die Slowenen waren aber nur einer dieser Wikingerstämme, wahrscheinlich einer der ganz frühen Geschichte, der aber bald weiter nach Süden zog.

Vendsyssel- Ende der Halbinsel Jütlands - zeigt gegen Norden, gegen Süden Norwegens. Und von den unzähligen etnographischen und sprachlichen Elemente, die die Slowenen heute noch mit Norwegern verbindet (z.B. kosolec, smuci - Skier und der gleiche Ausdruck für sie, Klopotec, und wie es scheint Wörter mit gleicher Bedeutung fur Land- und Viehwirtschaft), sind wir Slowenen diesem Volk wirklich sehr verwandt. Diese Verwandschaftsgefühle zeigen sich instinktiv in der außerordentlichen Beliebtheit der norwegischen Schriftsteller beim slowenischen Volk. Unzählige norwegische Schriftsteller waren und sind es immer noch bei den Slowenen beliebt oder sogar beliebter als die slowenischen Autoren. Das ist sicher kein Zufall, sondern der Ausdruck der seelischen Verwandschaft beider Völker, die man der selben Herkunft zuschreiben muß. Daraus kann man folgern, daß die Slowenen geradeaus von der Halbinsel Skandinaviens
kamen, und daß Schleswig nur ihre vorläufige Heimat war, eine unter vielen kurzen oder längeren Aufenthalte bei der Suche nach einer neuen beständigen Heimat, irgendeines versprochenen Landes.

Smuttski - smuii – Skier

Die Suche nach der Urheimat des slowenischen Volkes in Skandinawien wird sicher nicht leicht sein. Das wäre die Sache langwierigen etimologischen, etnographischen und archiologischen Untersuchungen. Viele Elemente lassen vermuten, die Urheimat der Slowenen wäre der Süden Norwegens. Keine Zweifel kann es aber darüber geben, daß die Slowenen schon bei ihrer Auswanderung Skier mitbrachten, obwohl sie nur noch, wie es scheint, auf Blok erhalten geblieben sind (über sie schrieb schon Valvasor in seiner Arbeit "Die Ehre des Herzogtums Krain"). Die slowenische Bezeichnung für Skier, smuci, ist nämlich noch unverändert skandinavisch, nur daß sie vielleicht noch älter als der deutsche Ausdruck Ski. Der slowenische Ausdruck smuci ist nichts anderes als das norwegische Verb "smutt" oder "smutte" und bedeutet genau das gleiche wie das slowenische Verb smukniti oder smucati se – skifahren, auf irgendetwas rutchen. Wörtlich bedeutet die Bezeichnung also "smutt-ski" Bretter fürs rutschen, skifahren. In Betracht kommt aber auch das skandinawische Wort smug (wegschleichen, entschlüpfen).

Die Bedeutung Sloweniens für die skandinawische Etnographie

Verwunderlich wäre es, wenn die Skier alle die gleiche Form (breit und kurz, oder mit Anlauf auf nur einem Stock) entstanden wären, im norwegischen Telemark wie auf den slowenischen Blok und noch seltsamer wäre es, wenn sie in Slowenien und Norwegen ganz
unabhängig voneinander den gleichen Namen bekämen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Slowenen kein Interesse an Skiern in Schleswig oder Mecklenburg hatten, wo es keine hohen Berge gibt und kaum Schnee fällt Man kann also annehmen, daß sie die Kenntnis vom Skifahren aus dem skandinavischen Süden mitbrachten. Das ist aber nur einer unter den Beweisen, daß sie auch selbst aus Skandinavien kommen. Möglich ist aber auch, daß sich in Slowenien der uralter skandinavischer Name für Skier erhalten hat, während er in Norwegen längst vc;rgessen wurde. Slowenien wird vielleicht schon bald eine Goldgrube für skandinavische Etnographen und Etnologen und das vielleicht noch aus anderen Gründen, wie wir noch sehen werden.

Slowenen und Norweger

Der Name selbst - Solvende, aus dem aber Solvender oder Solvente - zeigt, daß die Slowenen einst irgendwo in Südskandinavien leben müßten. Dieser Name wird uns nur verständlich in Hinblick auf die Geographie und die Völkerkunde dieser Gegend. Auf dem südlichen Teil dieser Halbinsel lebten aber schon früher und später, und wahrscheinlich auch heute noch, noch andere Völker skandinavischer Herkunft, die also mit der gleichen Rechtfertigung den Namen Solvendte tragen dürften, wie z.B. Jüten, Cimbren oder Anglen, doch war das nicht der Fall. Das bedeutet, daß die Slowenen ihren Namen in einer anderen geographischen Umgebung bekamen. Das konnte aber nur Südnorwegen sein.

Dort bekam das Volk, das im Süden lebte den Namen Solvendte oder Solvender (oder Solvendar), nach dem Wort solvende (gegen Sonne), im Gegensatz zu den Bewohnern des Nordens, die den Namen Nordvender oder Nordvendte bekamen, was sich später verkürzte
in Norske (Norweger). Die Erinnerung an die Form Nordwender ist aber erhalten geblieben in der deutschen Form Norwegen und in der englischen Form Norway.

Slowenen und Schweden

Der Name Schweden - Svensk - hat aber wahrscheinlich den gleichen Ursprung, wie der Volksname der Slowenen, aus dem Solvendsk, was mit der Zeit verkürzt wurde in Svensk. Der Volksname der Dänen ist aber viel später entstanden, schon zur Zeit der Gründng
Dänemarks, gegen Ende des ersten Jahrhunderts, und zwar nach dem Bau des grossen Damms, den die Bevölkerung Jütlands baute, um sich vor Eindringlingen aus dem Süden zu schützen (danne - bauen, formen).
  
Wo war die Urheimat der Slowenen?

Das Wort pisker

Es scheint unwahrscheinlich, daß das selbstbewußte solvendische Volk, das auf dem ganzen Weg seiner Wanderung Spuren hinterlassen hat, in seiner Urheimat keine Spur hinterlassen hätte, an die es erinnern würde. Dafür müßte man alle Orte in Südskandinavien nach Ortsund Gletchernamen, Familiennamen, so weit sie noch erhalten geblieben sind, und den sprachlichen Eigenschaften durchkämen, um Spuren zu finden. Wahrscheinlich würden irgendwelche Spuren zu finden sein, irgendein Ausdruck der bei den Slowenen noch heute gebräuchlich ist, in Skandinavien aber schon längst in Vergessenheit geraten ist. Wie z.B. "smutt-ski" oder auch das im Slowenischen gebräuchliche Wort pisker (Topf). Dieser Ausdruck bedeutete in der altskandinavischen Sprache Feuerstelle aus Stein. Seine Zusammensetzung kommt von dem Wort peis (Feuerstelle im Freien) und ker (Fels oder Klippe), also Feuerstelle auf dem Felsen oder Feuerstelle aus Stein. Später wurde der Ausdruck verändert und bedeutete grosser Topf in dem sie auf der Feuerstelle für die ganze Familie kochten. In der slowenischen Rechtschreibung bedeutet pisker aber immer noch Topf. Dieses Wort konnten die Slowenen von niergendwo anders als aus ihrer skandinavischen Urheimat mitgebracht haben und da es bei den Slowenen erhalten geblieben ist, könnte es vielleicht auch noch bei irgendeinem skandinavischen Volk so sein.

Spuren in Südnorwegen

Solche Wörter sind im Slowenischen zu Hunderten erhalten geblieben, wenn auch unsere puristischen Sprachforschern alle Wörter, die ihnen nicht paßten oder ihnen deutsch vorkamen, aus dem Schatz der slowenischen Sprache ausmerzten. Sie waren davon überzeugt, diese Wörter stammen noch aus dem Altdeutschen und das war das Todesurteil für viele alte slowenische Wörter. Sie wurden dann durch andere ausgeliehene slawische Wörter ersetzt. Ohne Zweifel brachten die Urslowenen diese vertriebenen Wörter aus ihrer Urheimat mit.

Auf den Spuren der Sprache konnte leicht die Quelle des slowenischen Volkes in Skandinawien von Sprachforscher gefunden werden, die selbst in Slowenien oder einem skandinavischen Land zu Hause sind. Ohne ihnen zuvorkommen zu wollen, behaupten wir, die Urheimat der Slowenen liegt irgendwo im Süden Norwegens. In Oslofjord, das ist an der Küste an der auch Oslo liegt. Westlich und auch östlich von Oslofjord finden wir viele Ortund Inselnamen, die vielleicht die Spur des Wortes Solvende in sich verstecken: Svenes, Söndeled, Sandar, Sandefjord, Sandö, Standrak, Sannidal, Siljan, Sylling, Sollihögda, Sundby, Svindal, Svingen, Skjeberg, Skjee, Skjönvik, Svinesund, Svelnik, Svene, Skjöne usw. Namen, die mit dem Wort Skjöne oder (in Mecklernburg) Schöne anfangen sind sehr häufig so in Südnorwegen als auch in Schleswig und in Mecklenburg und Brandenburg; also überall dort, wo sich wahrscheinlich früher die Slowenen aufgehalten haben. Es kann keine Zweifel darüber geben, daß sich in diesem Wort der Rest des Wortes Solvendte, Solvendsk oder Slovensk versteckt. Man kann sich auch nicht vorstellen, daß z. B. die späteren deutschen Bewohner in Schleswig oder Mecklenburg mehrere Orte, Berge, Häfen und Felder so schön fanden, daß sie ihnen den Namen Schönebeck gaben. (beck ist im Deutschen bestimmt das Überbleibsel des Wortes vik - Dorf, das Wort bekk bedeutet aber in skandinavischen Sprachen auch Bach), Schöneberg, Schönhagen oder Schönefeld. Auch Wörter, die mit Svine oder Svinne anfangen, finden wir so in Oslofjord (Svinesund) als auch auf den dänischen Inseln (z.B. Svinninge) und in Mecklenburg (Swinemünde). Mit Sicherheit können wir behaupten, daß diese Namen nichts mit svinje (Schweine) zu tun haben, svin - svinja - Schwein, sondern diese Wörter kommen aus dem Wort Solvende oder Slowene. Sie beziehen sich vielleicht auf die Grenzen einstigen "solvendischen" Gebietes.

Slowenische Familiennamen aus Skandinawien

In Kärnten aber auch anderswo in Slowenien ist der Name Mikula sehr häufig. Häufig ist er - in Form von Mykle - auch in Norwegen, als Familien- und als Ortsname. Gerade südlich von Oslo finden wir mehrere Orte, die man in Verbindung mit diesem Namen bringen kann:
Myklebostad (Wohnort von Mykle), Mykleland (wahrscheinlich ein Ort, wo irgendein Mykle gewirkt hat) usw.

Wenn wir die slowenischen Familiennamen mit den skandinavischen vergleichen würden, würden wir überrascht sein, wie viele ihren Ursprung in Skandinavien haben, wie z.B. Skerlj (von dem Wort skär - cer - Klippe, davon kommt z.B. das Wort skrli, mit dem früher die Dächer gedeckt wurden in Kärnten und auch anderswo), Jevnikar, Pungartnik u.s.w.

Auch im Südwesten Schwedens

Wenn es glücken würde herauszufinden, wo solche Namen ihren Ursprung haben, könnten wir vielleicht in Skandinavien unsere Urheimat bestimmen. Es ist auch interessant zu sehen, daß in Slowenien viele ursprünglich skandinavischen Namen erhalten geblieben sind, die in Skandinavien längst schon verschwunden sind, weil sie in späterer Zeit durch die christlichen Namen der Väter ersetzt wurden und erst in letzten Zeit werden sie wieder aufgeführt, weil es wegen der grossen Zahl gleicher Namen Schwierigkeiten gab.

Es wäre seltsam, wenn die Slowenen keine Spuren ihres Aufenthaltes in Skandinawien hinterlassen hätten, da andere Völker, die auch in Skandinavien lebten, grosse Spuren und Erinnerungen an sich hinterliessen, z.B. Goten, Burgunder, die auf der Insel Borgholm
(Burgundersholm) lebten, Anglen, Cimblen, u.s.w.

Unmöglich wäre z.B. die Stadt Vetlanda oder den Namen des Sees Vänern in Südosten Schwedens, schon in der Nähe des Fjordes Svinesund am Oslofjord zu übersehen, genau so wenig wie die Stadt Vänersborg am See Vänern, den Ort Levene unweit des Sees und
unzählige andere Orts- und Gebietsnamen in der Nähe dieses Sees, die auch an den Namen Solvender erinnern. Diese Namen sind deswegen kennzeichnend, weil es unweit davon viele Orte gibt, die an die Goten erinnern, z.B. Göteborg, Göteborgs usw. Goten waren aber nach allen geschichtlichen Daten die engsten Rassen- und Sprachverwandten der Slowenen, so daß etnische Historiker beide Gruppen zu einer etnischen Einheit oder Volk zählten.

Die Begriffe ladja, Skedelj, njiva (Schiff, Vorratsraum und Feld)

Von besonderem Interesse wäre die Mundart und Folklore in bestimmten Teilen Ostnorwegens, vor allem in der Gegend die man Öysterdalane (östlicher Tal) und Solöbygdene (Solörische Orte) nennt, zu untersuchen. Der letzte Name erinnert stark an den Namen Solvender, aber auch sonst hat man den Eindruck, daß sich dort mancheine Verwandschaft mit den slowenischen Dialekten erhalten hat.

Sicher werden das letzte Wort bei der Feststellung der Richtigkeit dieser Vermutungen, slowenische und skandinavischen Sprachforscher, Historiker und Archiologen haben.

Auf festerem Boden befinden wir uns, wenn wir versuchen herauszufinden, wie die Lebensverhältnisse unserer Vorfahren in ihrer Urheimat waren. Im Slowenischen sind unzählige Wörter erhalten geblieben, die uns eine klare Vorstellung ermöglichen, wie sie gelebt haben könnten. Skandinavisch ist auch das slowenische Wort für Schiff ladja, aus dem norwegischen Verb lade oder schwedisch ladda) - nalagati-aufladen, shranitiaufbewahren; aus dieser Wortwurze1 ist auch das norwegische Wort lade-slowenisch skede1j-deutsch Vorratskammer. Das Schiff bedeutete den Urskandinaviern etwas wichtiges, notwendiges Verkehrsmittel beim Umzug und für den gesellschaftlichen Verkehr unter den Menschen, die oft weit von einander lebten, in Hinblick darauf, daß die Küste voll Fjorde und Seen war. Auf das Schiff konnten sie alles laden, was sie hatten: Frauen, Kinder, Ernte, Werkzeuge und auch Haustiere, wenn sie auf eine andere Insel oder in eine andere Bucht umzogen, weil das Land verbraucht war, oder sie sich in Gefahr wähnten,oder ihnen nicht mehr in den Orten gefiel. Diese Schiffe hatten ohne Zweifel schon die Form von Wikingerschiffen, wenn sie auch kleiner und unvollkommener waren, aber trotzdem für kürzere Fahrten taugten.

Diese unsere Vorfahren bestellten Felder, sie waren Seeleute und gleichzeitig richtige Bauern. Sie rodeten Wälder mit Feuer oder Axt um neue Felder zu gewinnen. Diese neue Felder nannten sie "nya" oder ny-feldr (neues Feld), daher das slowenische Wort njiva für Feld.

Das schöne Wort otrok (Kind)

Das Land war aber karg, steinig und seicht (untief), das Klima ungünstig, kühl mit langen Wintern und wenig Sonne, sogar im Frühjahr und im Sommer. Da die Erde wenig hergab, lebten sie in ewiger Sorge, ob die Ernte ausreichen wird, denn davon hing ihr Leben ab. Sie kannten auch Rinderzucht und auch hier hatten sie Sorgen, ob genug Heu getrocknet werden konnte,um die Tiere über den Winter zu bringen, und auch ob die Tiere sich genug vermehren werden, um genug Fleisch zu haben, um zu überleben. Schnee, schlechte Ernte, vielleicht Wölfe und Bären, außerdem ansteckende Krankheiten, die die Haustiere vernichteten. Gleiche Ursachen haben auch unter den Menschen Todesopfer verlangt. Darum war es wichtig, daß die Ernte gut aufbewahrt wurde, daß Haustiere gesund, gut versorgt und fruchtbar waren. Die Geburt eines neuen Menschen war ein überaus glueckliches Ereignis, denn sie sicherte den weiteren Bestand und den Wachstums des Volkes. Die Kindersterblichkeit war wahrscheinlich sehr hoch. Mit dem grossen Wunsch der Eltern und der ganzen Familie, das Kind möge am Leben bleiben, kann man den schönen Ausdruck erklären, den sie für das Neugeborene hatten: ondrok, was Atem, Geist oder Seele bedeutete, also die Seele möge in dem Kinde bleiben, was den Wunsch ausdrückte, das Kind möge am Leben bleiben. Auch der größte Dichter könnte sich nicht einen schöneren Ausdruck fürs Kind ausdenken.

Die Religion der Slowenen in Skandinavien

Im dem dauernden Wunsch zu überleben und in ewiger Angst, daß ungünstige Verhältnisse dieses beenden könnten und wegen der Einsamkeit der Höfe, die Bauernhöfe oder ganze Dörfer waren oft Stunden um Stunden Fußweg voneinander entfernt, oft nur ein Hof in einem Tal, ("Garddal" ist ein Tal in dem nur ein Bauernhof liegt) war natürlich verständlich, daß Furchtbarkeit und Produktivität in der ganzen Natur unwahrscheinlich große Bedeutung hatten. So hat sich bei unseren Vorfahren der Glaube an Gott Korent, der Gott der Fruchtbarkeit und des Wachstums, der alles befruchten, wachsen und gebären ließ.

Gott Korand

Korand ist die Zusammensetzung aus dem Wörtern "Kor" und "and" . Aus der Wurzel Kor stammen die noch heute in Gebrauch uralten solwenischen Wörter, die irgendeine Verbindung mit dem Begriff Fruchtbarkeit, Wachstum und Sexualtität haben, z.B. korenWurzel, korenina - Baumwurzel, korenika - Wurzelstock, hren - Meerettich, korist – nutzen (etwas was Früchte trägt), krava - Kuh, kura - Huhn. Begriffe für Geschlechtsteile und Geschlechtverkehr, heute degradiert als ordinäre Wörter, aber auch Begriffe für zrno – Kom, rog - Roggen und verschiedene Waldfrüchte. Aus der Wortwurzel " kor" ist auch der slowenische Begriff "korito" (Futtertrog) entstanden. Kor bedeutet ein tiefes, in Form dem Futtertrog ähnliches, besonders fruchtbares Tal oder Anhöhe mit einer Wasserquelle. Von diesem Begriff kommt auch der slowische Ortsname Gorica, der besonders oft vorkommt. Auf dem ganzen ethnischen slowenischen Gebiet kommt dieser Name hundertfach vor. In der Steiermark bedeutet Gorica auch Weinberg. Das Wort korito bedeutet aber jetzt noch Flußbett oder einfach nur Futtertrog, in dem Wasser oder Futter das Vieh bereit steht auf den Bauernhöfen. Aus der Wurzel Kor ist auch das slowinsche Wort korec (eine Schaufel zur Entnahme des Wassers aus dem Futtertrof). Auch verschiedene Gewässernamen haben ihren Ursprung in Kor, was in den skandinavischen Sprachen auch Wasser, daß durch tiefe Täler fließt bedeutet.

Das Wort and

Das Wort and oder ond bedeutet Geist. Korand oder Korante bedeutet also wörtlich Geist der Fruchtbarkeit, der alles fruchtbar, wachsen und gebären läßt. Diesen Geist haben die Slowenen sehr vereehrt, sicher weit mehr als alle anderen Götter. Wahrscheinlich hielten Sie ihn für den Größten, wenn nicht fuer den einzigen Gott und ihren ganz persönlichen Heiligen. Für die anderen skandinavischen Götter hatten sie, wie es scheint, nicht viel übrig. Zu untersuchen wäre  auch, in welchem Verhältnis die mystischen Namen Kor oder Hor und Tor (Thor) standen. Sicher ist Tor nur der veränderte Name von Hor, wie die ganze spätere nordische Mythologie mit ihrer Vielzahl an Göttern nur die veränderte Form des frühen Glaubens an Gott - Geist Hor ist. Die veränderte Form des Names Hor müssen wir auch im Namen des nordischen Gottes Ull oder Ullen sehen, das sich in vielen Ortnamen in Norwegen erhalten hat, unter dessen kommt der Name Odin wahrscheinlich aus dem Wort
"and" oder "ond" (Geist).

Die Steiermark- Koranten

Die heutigen Koranten in der Steiermark sind ein Überbleibsel des Anbetens des Gottes Korant. Die Masken der Koranten symbolisieren den Geist der Fruchtbarkeit, den Geist der männlichen Potenz, der Gott vom dessen Wohlwollen die ganze Fruchtbarkeit und damit das ganze Leben abhängt. Diesen Geist führten die Urslowenen bei Zeremonien vor - und das tuen sie unbewußt noch heute, als zotteligen Stier, ähnlich einem Gespenst mit Hörnern, das das Symbol der Fruchtbarkeit darstellen soll. Vorgeführt haben sie ihn so, daß die Menschen sich über den Kopf eine Maske aus Pelz mit langen zotteligen Haaren, in der Form eines Untiers mit Hörnern bis zu den Schultern übergezogen haben. Die übrige Verkleidung war aus Schaf - oder Bärenfellen. Umgurtet waren sie mit breiten Gurten und vielleicht hatten sie auch schon damals an den Gurten Kuhglocken hängen, die bei jedem Schritt geläutet und gelärmt haben, um der ganzen Erscheinung einen feierlichen Charakter zu geben.

Feiertag des Korant am Ende des Winters

Gott Korant wurde sicher am Ende des Winters auf besondere Art angebetet, als der Winter dem Frühling wich und alles in der Natur anfing zu bersten und fruchten. Der Feiertag des Gottes Korant, der Tag der Anbetung und der Bitte um gute Ernte, gleichzeitig aber wahrscheinlich auch Tag der Freude und der Genüsse, denn der lange harte Winter mit der Kälte und Einsamkeit war endlich vorbei und endlich fing die angenehmere Zeit an. Das Christentum hat später die Anbetung des Korant bei den Slowenen als alte Karnevalgewohnheit degradiert und es blieb so bis zum heutigen Tag, aber ganz abzuschaffen war diese nicht, da sie im Volk zu tief verwurzelt war.

Schade nur, daß man die Korantenmaske in der letzten Zeit zu kommerziellen Zwecken  mißbraucht, unter anderem bekleben sie sie mit einer langen bunten Zunge, je nach Geschmack nach der Manier der Teufel. Die echten Korantenmasken waren ernster und würdiger, aber auch schrecklicher.

Interessant ist auch, daß die Solwenden so angezogen - es ist nicht bekannt ob alle oder nur ein Elite - auch in dem Kampf zogen, teilweise aus Glaube, daß ihnen Gott Korant den Sieg bescheren würde, teilweise aber darum, um bei den Feinden Angst und Grausen zu erwecken. Außerdem hat sie der Pelz gegen Schläge geschützt und gleichzeitig auch gewärmt. Die Maske hatte nur Augenöffnungen. Daß diese Gewohnheiten nicht nur die Solwenden hatten, sondern auch alle anderen Wickinger, beweist die Tatsache, daß die Wikinger noch heute gewöhnlich mit Hörner auf dem Kopf dargestellt werden, was natürlich nichts anders ist als der Überrest einstiger Koranten. Mit Sicherheit können wir sagen, daß es bei den anderen Wikingern nicht um die Nachahmung der "Korantenkriegsuniform" der Solwender ging, sondern daß der Glauben an Gott Korant allen Skandinaviern gemeinsam war und genauso ihr Symbol, wenigsten in einem bestimmten Zeitraum, was die Spuren in den skandinavischen Sprachen beweisen. Die Frage ist aber, ob bei den Skandinaviern etwas mehr von diesem Glauben übriggeblieben ist, als nur das Standartbild der Wickingern mit Hörnern und dem Wort Koren. Darauf werden nur skandinawische Etnographen anworten können, wenn sie auf dieses Problem aufmerksam gemacht werden. Es wird aber bestimmt auch interssant werden für so manchen slowenischen Folkloristen.

Der Stock mit Igelfell als Waffe

Daß die einstigen Solwenden als Koranten in den Krieg zogen, beweist auch die Tatsache, daß sich die Koranten auch heute noch mit einem Stock bewaffnen, an dem eine Igelfellkugel befestigt ist. Schläge mit dieser Waffe fürchtet jeder und darum gehen Kinder in angemessener Entfernung hinter den Koranten, nicht nur wegen seinem schrecklichen Aussehen, sondern auch aus Angst, diese Waffe könnte sie streifen. Bestimmt ist diese heutige Waffe nur ein Ersatz für eine viel gefahlicher Waffe, das war damals wahrscheinlich nicht der Igelpelz, sondern eine Kugel mit Stahlnadeln, mit dem Namen Igull - Igel. Auch der starke Ledergurt war zweifelsfrei ein Teil der Kriegsuniform. Noch heute gehört zu der Tradition der Koranten auch die Kriegsstimmung, wo es jetzt noch zu Schlägereien zwischen den Koranten aus verschiedenen Dörfern kommt, bei denen dann auch schon ein Korant erschlagen wurde. Bekannt ist das grausige Gemälde von Frans Mehelic, das einen erschlagenen Koranten zeigt.

Kurent – Korant

Das die Slowenen verkleidet als Koranten auch noch in spätem Zeitaltern sicher schon in ihrer jetzigen Heimat in den Kampf zogen, beweist das Wort korenjak (starker rüstiger Mann). Das Wort kann nichts anders bedeuten als einen slowenischen kriegerischen starken Mann, verkleidet als Korant, der in der Kampf ging. Das Wort hat keinen Hauch von Folkloregewohnheit oder Ironie, sondern bedeutet ganz einfach einen Menschen der stark, unerschrocken und bereit ist, sich für die eigene und die gemeinsame Sache zur Wehr zu setzen. Weitere Beweise sind die zwei slowenischen Wörter korenitost und korenjastvo (Heldentum).

Natürlich finden wir Spuren des Glaubens an Gott Korant nicht nur in der Steiermark sondern auch anderswo in Slowenien, obwohl in manchen Orten die Erinnerung an den Sinn von Korant schon ziemlich verb laßt ist, aber der Name blieb fast unverändert. Da dieser Gott den Solvenden besonders am Herzen lag, haben sie ihn am meisten verehrt und geliebt, als den Gott des Lebens, der Freude und der Sonne. Das beweist auch die Darstllung des Kurenten in der Volkstradition der Slowenen als eine sympathische mystische Figur, als Mensch und Freund. In der Literatur hat ihn Ivan Cankar wieder erhöht als in das "richtige Symbol der Slowenen und Sehnsucht nach Rettung aus der nationalen Enge und nach Freiheit und Glück.

Die Wunderwurzel des Korant

Gerade die Koranten sind ein Beweis mehr, daß die Urheimat der Slowenen Skandinavien war. Irgendwo, wo sie in Verbindung mit norwegischen Wickingern waren, weil gerade sie mit Hörner auf dem Kopf in den Kampf gingen. Das war einige Jahrhunderte später, es gibt aber keine Zweifel darüber, daß die Gewohnheit schon viel älter war und überall in Skandinavien zu der Zeit als das "Solwenische Volk" dort lebte verbreitet war.

Auch in slowenischen Volksliedern hat der slowenische Volksglaube an Gott Korant seine Spuren hinterlassen. Anscheinend entspringt schon aus der Heidenzeit in Skandinanvien der Volksglaube, daß manche Wurzeln Wundem vollbringen können, da sie Wunderheileigenschaften hätten oder auch Fruchtbarkeit fördernd sind und auch in Liebesbeziehungen helfen, weil die Kraft des Gottes Korant besonders stark und lebendig ist. In dem Lied "Mlada Zora" hat eine Wurzel so starke Kraft, daß sie das junge Mädchen Zora scheintod macht, als sie sich die Wurzel unter die Zunge legt und sie wieder zu Leben erweckte, als ein junger Prinz die Wurzel aus ihrem Mund nahm. Leider endete die Liebesgeschichte tragisch, weil die Brüder Zoras den jungen Prinzen erschlugen. Das Lied mit schönen, melodischen und bedeutsamen Versen:
"Das tat die unbekannte Wurzel, unbekannte Wurzel, Wurzel ... !"

Verschiede Wurzel und Kräuter, denen die Slowenen früher Wundereigenschaften zugeschrieben haben, - und dieser Volksglaube ist sicher noch immer nicht verschwunden - sind so viele, daß es unmöglich wäre, uns damit hier genauer zu beschäftigen. Wenn die Frauen mit richtigen Zeremonien und zur richtigen Zeit bestimmte Wurzeln ausgegraben haben, vor allem die große Wurzel (Inula helenium L .), cepeltic (Orchis .) oder Marienhaar (Adiantum aureum) und sie verbrannt oder geraspelt haben, konnte sich der Mann, den sie gerade im Sinn hatten ihrem Zauber nicht mehr entziehen. Beim Verbrennen ist die Wurzel im Ofen wundersam hin und her gesprungen (zweifelos von Teufel bewegt), wie der Schriftsteller Davorin Trstenjak in der Zeitung Slovenski Glasnik 1859 schrieb.

Die Heilkräftigen Wurzel

Noch häufiger waren Heilkräuter- und wurzel die Krankheiten heilten oder vertrieben, und vor Unglück bewahrten. Besondere Bedeutung hatte in Urzeiten der Meerettich. Er hat bei den Slowenen bis heute seine große Bedeutung erhalten und ist unter seinem slowenischen Namen "hren" bis nach Österreich vorgedrungen, denn auch heute noch gibt es in den christlichen Ostergewohnheiten in Slowenien kein Fleisch-, Schinken- oder Wurstessen ohne Meerettich. Wahrscheinlich haben die Urslowenen ihm wegen seines prickelnden Geschmacks lebensfördende Kräfte zugeschrieben oder hielten ihn für eine besondere, dem Gott Korent heilige Wurzel und gebrauchten ihn deshalb nur bei zeremoneellen Essen. Was schon der Name "hren", der zweifelsfrei mit dem Namen Korent verwandt ist, wenn auch ziemlich entfremdet, vermuten läßt. Wörtlich aber bedeutet aber das Wort "hren" etwas reines oder etwas was reinigt.

Die Eiche, der heilige Baum des Korent

Dem "Solwender" besonders heilige Baum war hrast - Eiche. Unter diesem Baum beteten sie wahrscheinlich ihren Gott an. Auch in dem Wort selbst versteckt sich wahrscheinlich die Wortwurzel Kor. Offensichtlich ist die Ähnlichkeit zwischen den Wörtern hrast und hren (Eiche und Meerettich), was auch zeigt das beide eine wichtige Bedeutung hatten. Hier fangen aber für die, die keine Sprachkenner sind, Schwierigkeiten an. Für Eiche haben die skandinavischen Völker jetzt das Wort Ek. Wir nehmen an, daß in Skandinavien zwei Wörter für den Begriff Eiche existierten, Ek und hrast. Oder die Solwender hatten ein besonders Wort (vielleicht aus religiösen Gründen) für den heiligen Baum des Gottes Korent gebraucht. Von Bedeutung ist aber in der Slowenischen Sprache das Wort für Eichel"zeclod" fast unverändert erhalten geblieben ist - zelod (slow.) - eklut (skan.).

Der Thron des Gottes Hor?

Der Begriff zelod für Eichel in der slowenischen Sprache ist ohne Zweifel ein Beweis dafür, daß die Solvenden auch das Wort Ek für Eiche kannten und wir daraus folgern dürfen, daß in Wahrheit zwei Wörter für Eiche existierten: Ek und hrast und daß das Wort hrast nur für den Kultbaum gebraucht wird, von dem sie glaubten, er ist der Thron gottes Hor.

Ausgangspunkt des Versuchs das Wort hrast (Eisch) zu erklären, ist auf jeden Fall die Wurzel Kor oder Hor (Hur), der Name des Gottes der Fruchtbarkeit. Auf das führt uns auch das slowenische Wort hrust (hühnenhaft) für einen sehnigen Mann, unter den Männer so etwas wie Eiche unter den Bäumen, groß, unerschrocken, widerstandsfähig, aber auch roh und rauh in seinem Benehmen. In dem Altnorwegischen und Isländischen bedeutet das Wort hrast einen fähigen und mutigen Mann. Hraustr aber bedeutet stark, sauber und frech.

Der zweite Teil des Wortes hrast also könnte aber den Überbleibsel des Wortes Stuhl bedeuten. Dieses Wort existiert noch heute in den slowenischen und skandinavischen Sprachen mit völlig gleicher Bedeutung. Nach dieser Erklärung stammt das Wort hrast (Eiche) aus dem Wort Korstoloder Hurstol, das Thron des Kor oder Hor bedeutet. Später bekam das Wort die Form Hrauststol und danach Hraust. Die Eiche ist unter allen Bäumen am abgehärtesten, so sie ihr Laub auch noch im Winter behält. Sie bringt Früchte hervor, die den Tieren und in Notzeiten auch den Menschen als Nahrung dienen. Außerdem hat sie den Ruf, daß sie die Blitze (beim Gewitter) auf sich zieht. So wundert es nicht, wenn in der Vorstellung der alten Solvender und auch anderer skandinavischer Völker gerade die Eiche als Thron ihres Gottes der Fruchtbarkeit, allmächtigen und wahrscheinlich den einzigen Gott, verehrten. Der Überbleibsel des alten Wortes hrustol ist wahrscheinlich noch der slowenischer Name hrastel(j), es sei direkt oder indirekt mit dem Wort Hraustdöl, das der Mensch aus Eichental bedeutete. Das vorher erwähnte altnorwegische und isländische Wort Hraust (zu finden ist es in Sagen) und auch das Wort Hurstol, wie auch die Form des slowenischen Wortes hrust und das Wort hrast, erlauben solche Erklärung.

"Die Bösen in der Eiche"

Spuren in der slowenischen Folklore beweisen, daß stark gebogene und mit Flechten bedeckte und seltsam geflochteten Äste als besonders heilig galten. Sie haben besonderen Reiz auf die Phantasie der Menschen ausgeübt. Der Schriftsteller Vinko Möderndorfer schrieb in seinem Buch "Aberglauben und Zeremonien der Slowenen" über die wunderliche Macht der Eichenmisteln: "Mit Misteln des knorigen Eichenbaumes haben die Hüttenbewohner am Triglav den Schatz gefunden". (Vernaleken, Alpensagen "Die Kraft der Mistel"). Stöcke vom Eichenbaum wurden am Balken befestigt, oder auf ein Regal unter dem Balken gelegt. Wer solche Stöcke im Hause hatte, wurde beschützt vor Diebstahl, denn der Dieb, der in einem so beschützten Haus stehlen wollte, konnte sich nicht mehr vom Fleck rühren".

Mit erkaltetem Sud aus Eichenrinde wurde die entzündete Nabelschnur bei den Kälbern geheilt. Mit dem Wasser, in dem Eichenrinde gekocht wurde, heilen in Bela Krajina und Kärnten den Durchfall bei Rindern. Mancherorts in Kärnten bringt man Eiche in Verbindung mit "ta hudi" (dem Teufel, dem Bösen). Das ist zweifelsfrei noch die Erinnerung an die heidnische Zeit, als die Eiche noch als das Symbol für Gott der Fruchtbarkeit galt. Nach der Christanisierung der Slowenen wollten die Missionare dem Volk die Eichenanbetung und - ehrung austreiben. Darum haben sie ihnen beigebracht, daß in dem Eichenbaum die bösen und nicht die guten Geister leben. Nur so kann man sich erklären warum die Eiche mit bösen Geistern in Verbindung gebracht wurde.

Das Phänomen der Gottheit Hor

Die Wurzel hrus oder hras finden wir noch heute in den slowenischen Wörtern, die etwas sehr verästeltes, rauhes, unebenes, stark und lebensstark bedeuten. Z.B. hrapav-rauh, hrbet-Rücken, hrecati-hammstern, hrib-Berg, hripav-heiser, hrkati se-sich rauspeln, hrumeti-tosen, hropeti-röscheln, hrum-Tummult, usw. Im Hinblick auf den Sinn der Wörter, die verschiedenen Geräusche oder Stimmen bedeuten, wie z.B. hrup-Lärm, kreg-Streit, hrustanec-Knörpel, hruskaBirne, hrzati-wiehern, u.s.w. Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß die Wortwurzel hra, hru, kor, oder gor in Verbindung mit dem slowenischen Wort groza (Angst, Furcht) und dem skandinawischen Wort gru, das das gleiche bedeutet, und grne (angst haben), weil die Menschen vor dem heiligen Eichenbaum, in dem ihr Gott wohnte, Angst und Ehrfurcht hatten. Die Üpigkeit der Äste ist aber in Verbindung mit geschlechtlicher Fruchtbarkeit und Wachstum zu bringen. Darum bezeichneten die Skandinawier, und tun es immer noch, das üpige Wachsen mit dem Verb gro (aus gru). In der altisländischen Sprache, in der die Sagen geschrieben wurden, bedeutete das Wort horgr ein Haufen Steine oder Altar aus Holz oder Steinen, ursprünglich aber sicher auch heiliger Baum. In Island gibt es, wie bekannt, keine Wälder. Darum wurde unter den Bewohner auch der Sinn des Wortes verändert, und bezieht sich nur auf einen Steinhaufen, Stein- oder Holzaltar des Gottes Hor oder Horant (Korant).

Kosmat-kors-mat (beharrt,zottig)

Im allgemeinen bedeuten im altem Norwegischen und Isländischen die Wörter mit der Wurzel hra-, hro- oder hrae- gleiche oder ähnliche Begriffe wie die slowenischen Wörter mit der Wurzel hra-, hre-, hro- oder hru. So bedeutet z.B. das Wort hraki das gleiche, wie das slowenische Wort hrakelj (husten) und der Auswurf beim Husten.

Alles, was üpig wuchs oder alles was in der Natur stark beharrt oder geflechtet (geflochten) war, stand als Zeichen des Hor. Daher wahrscheinlich auch das Wort hjord - Herde. Und auch die Pelze, die die Koranten anzogen, hatten ihren eigenen Sinn. Das slowenische Wort kosmat (beharrt) ist wahrscheinlich zusammengesetzt aus korsmat - das Fleisch. das Gott Hor schickte. Mit dem Namen Gottes Hor sind auch skandinawische Wörter horr (Ian), ull (Hur) - Wolle und haar - Harre und die slowenischen Wörter ian und las - Haar, vielleicht volna - Wolle, krzno - Pelz, und noch viele andere.

Zetev - skörd – Ernte

Daß die Urslowenen und auch alle Skandinavier dem Gott Korant opferten, beweist in der skandinawischen Sprache das Wort skörd (ausspr. sürd oder zörd) und in der slowenischen Sprache aber das Wort fetev (Ernte), das aus skörd stammt und das gleiche bedeutet. Aus dem skandinavischen Wort skörd entstand auch das slowenische Wort zrtev (Opfer). Das bedeutet, daß die Solvenden ihrem Gott Korant Opfer, von dem was sie ernteten, darbrachten. Wie sie opferten ist nicht bekannt,  wahrscheinlich ist aber irgendeine Erinnerung in den slowenischen Volksgebräuchen und (Aber)glauben erhalten geblieben, z.B. in den butarah (Zweige, Blumen und Früchte, die zusammen gebunden werden und am Weisen Sonntag zur Kirche zum Segnen gebracht werden).

Zrtev - zrec – Opfer

Frage ist, ob die Solvender auch eigene Prister des Gottes Korant hatten. Das ist sehr wahrscheinlich und diese Annahme bekräftigen zwei Wörter: das Wort zrec, das wahrscheinlich aus dem Wort zrtev(skördzördzrec) stammt und das Wort prost (frei), dessen ursprünglicher Sinn sehr wahrscheinlich dem skandinavischen Wort präst (Prister) und prost (evangelischer Superintendant) Dieses Wort hat in Slowenien eine grosse Bedeutung: "frei sein ohne Verpflichtungen". Wahrscheinlich kommt das davon, daß das Wort auch früher in Skandinawien die gleiche Bedeutung Prister hatte, der wegen seines sakralen Dienstes und seiner Würde von anderen Pflichten befreit wurde. Er hatte aber wahrscheinlich das Recht zu sammeln (Geld und Güter), wie das slowenische Wort bera noch heute beweist. Auf bera (sammeln) gingen Prister noch vor dem zweiten Weltkrieg in Slowenien, und vielleicht manchenorts noch heute, in ihrer Pfarrei und jeder gab ihnen was er konnte, etwas Getreide, Eier, geräuchertes Fleisch, fast niemals aber Geld, was folgern läßt, daß diese Gewohnheit schon sehr alt sein muß, als vielleicht noch nicht mit Geld bezahlt wurde oder man keines hatte. Daß aber die Solvenden schon früh Münzen kannten, beweist der Ausdruck kuva, der den Skandinaviern und den Slowenen gemeinsam ist und zu einem Münze und zweitens auch schmieden und Metall u.s.w. bedeutet. Das Wort bera (Sammlung) hat sich aber mit gleicher Bedeutung in Slowenien als auch in Skandinavien erhalten. Im Schwedischen bedeutet das Wort bära: tragen, bringen, zusammen tragen, sammeln und bärga bedeutet aufbewahren (Ernte), sich retten, usw., was aber wiederum mit dem slowenischen Wörtern brati (sammeln) und bera (heißt auch sammeln), sammeln nach der Ernte, z.B. Ähren, Obst das vom Baum faellt u. s. w.

Präst - prost – frei?

Auch das slowenische Wort prost (Probst) ist also sehr viel authentischer als bis jetzt angenommen (trotz dem verwandten deutschen Wort), und ist direkt mit dem skandinawischen Wort präst verwandt, und auch mit dem slowenischen Wort prost (frei, ledig).
  
Wie lebten unsere Vorfahren

"Solunderhaf”

Wie lebten überhaupt unsere Vorfahren in Skandinavien? Aus dem vorangegangenen ist ersichtlich, daß sie Schiffe kannten. Der Begriff ladja (Schiff), (altnorwegisch lada-Gefährt, Schiff) ist zweifelsfrei mit dem Wort lade (norwegisch) oder lada (schwedisch), das skedelj – Vorratskammer bedeutet, in Verbindung. Sein Entstehen ist wahrscheinlich in Verbindung mit dem Wort la, das in den Volksliedern der altskandinavischer und isländischer Skalden, und bedeutete Meeres- oder Seewasser, aber auch Blut oder trübes Wasser. Immer aber erscheint das Wort in den ältesten Volksliedern. Wahrscheinlich auch in Verbindung mit den altskandinavischen Wörtern lad (Land oder Königreich) und lada (bitten, Führen), ladadsmadr (Führer), ladmadr (Wegführung, Führer) und noch einige andere Wörter, die alle dem Sinn von Seefahrt, Häfen, Kämpfe (an der Küste) Eroberungen und Kolonisierung beinhalten.

Überbleibsel davon ist wahrscheinlich im Verb ladati, das in der Gegend von Ptuj in Dialekt gebraucht wird, z.B. ladati - obvladat besiegen, wahrscheinlich aber auch in dem Wort vladar -Herrscher.

Das Wort ledja bedeutet im Altnorwegischen eine Art Schiff, im Neunorwegischen aber existiert das Wort lodja für Schiff.

Das Volk an der See (Meer)

Alles das beweist, das die Solvenden früher in alten Zeiten am Meer lebten und, daß ihnen die Schiffe als Verkehrsmittel, für Eroberungen neuer Gebiete und Besiedlung, dienten. Da sich das Wort lada-ladja-Schiff mit seinen verwandten Begriffen erhalten hat, gerade in den alten norwegisch-isländischen Sagen, ist ein Beweis mehr, daß die frühen Solvenden irgendwo im Südwest Skandinaviens lebten. Das wort "solundarhaf' ist erhalten geblieben und steht (haf-das meer) für das Meer zwischen der norwegischen und der schottischen Küste. Darüber berichtet "Konunga sögur", Sage über die Könige. Das Wort Solundarhaf bedeutet aber sicher nichts anderes als Solvenderhaf (Meer der Solvender) bedeutet. Es kann nicht das nordische Meer gemeint sein, da zu dieser Zeit die Schiffe nicht im Eismeer fahren konnten. Solundarhaf war am wahrscheinlichsten das einzige Meer, dessen Küste noch nicht besiedelt war. Das Meer südlich vom einstigen Meer der Solvender trägt heute den Namen Nordsee, während das frühere Meer der Solvender heute norwegisches Meer heißt. Das läßt vermuten, daß auch in alten Zeiten, als die Sagen von Königen entstanden, das Meer den Namen nach den Seefahrern aus von diese Küste bekam und sie nannten sich dahalb Solvendar. Solundar ist wohl nur die etwas veränderte Form davon.

Erinnerung an das solvendische Volk

Norwegische Geschichtsbücher geben keine Erklärung zu dem Wort Solundarhaf, nicht einmal für andere verwandte Wörter, die mit dem Namen Solvender in Verbindung stehen könnten. Sie geben aber zu, daß ihr Sinn unklar und geheimnisvoll ist. Das kann man nur damit erklären, daß das Volk der Solvender Skandinavien verlassen hat, lange bevor die norwegische Geschichtschreibung begann (in Norwegen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr spät, erst gegen Ende des ersten Jahrtausends nach Christi Geburt). Die, die aber dort geblieben sind, haben sich anderen skandinavischen Rassen angepaßt. Erinnerungen an das solvendische Volk hat sich in ältesten Sagen erhalten, weil der Text nicht verändert wurde und von Generation zu Generation weiter gegeben wurde, bis man ihn nach Jahrhunderten aufgeschrieben hat. Der Sinn einiger Wörter ging aber verloren, wie das auch in vielen slowenischen Volksliedern geschehen ist.

Die "Suioni" des Ticitus

Interessante Bestätigung zu dem Namen Solundarhaf in Sagen über Könige, finden wir in Ticitus "Germania", wo berichtet (Cap.XLIV) wird, daß in Skandinavien ein Volk "Soionen" lebte. Zwischen den Wörtern Solvender und Suionen ist zuviel Ähnlichkeit, als daß wir sie ignorieren könnten, zumal wir anstelle Solvender das Wort Solvenden, Souvenen oder Solvenen verwenden können. Die Endungen fremder Namen hat Tacit jedenfalls in Übereinstimmung mit der lateinischen Sprache, wir tun es ja auch mit den Namen fremder Völker (Österreicher-Avstric, Sachse-Sas, Srbin-Srb), außerdem muß man berücksichtigen, daß das Wort zu ihm über viele Umwege gelangte und dadurch viele Veränderungen erfuhr.

Ihre Schiffe

Auch Tacit, der seine Arbeit "Germania" im Jahre 98 schrieb, berichtet über Schiffe des Volkes "Soion" und beschreibt sie auch. Unter anderem schreibt er, daß sich ihre Schiffe deutlich von Schiffen anderer Völker unterschieden hatten, weil beide Enden der Schiffe die Form eines Schnabels eingebaut hatten und das Schiff von vorne oder hinter einfahren konnte. Diese Beschreibung entspricht der Zeichnung der Schiffe aus der Bronzezeit, die in die Felsen der Fjorde in Südschweden eingemeiselt sind. Diese Zeichnungen zeigen, daß die Schiffe schon ziemlich groß waren und eine gut überlegte Konstruktion hatten, so daß sie sich für gefährliche Fahrten zwischen Klippen eigneten. Auf den Zeichnungen sind auch keine Segel zu erkennen, was mit dem Bericht von Ticit übereinstimmt, daß Soionen keine Segel gebrauchten. Aufbeiden Enden hatten diese Schiffe nach oben gebogene Schnabel, einer etwas höher als der andere. Diese Schiffe müssen aber so leicht gewesen sein, daß sie sie notfalls überallhin transportieren konnten und sie auch für Fahrten auf den Flüssen gebraucht werden konnten. Das slowenische Wort reka (Fluß kommt von dem skandinawischen Wort rekka-tragen) bedeutete also auch einen starken und breiten Wasserlauf, der Schiffe und Boote tragen konnte, oder die leichten Schiffe der Suionen.

Cupa aus kupa

Ganz sicher ist auch, daß die leichten Schiffe aus einem ausgehölten Baumstamm bestanden. Das beweist nicht nur, das man sie transportieren konnte, sondern auch unser slowenischer Begriff cupa. So haben die Slowenen an der slowenischer Küste noch in die Neuzeit ihre Boote genannt, hergestellt aus nur einem Baumstamm. Dieser Begriff kommt aber aus dem skandinavischen Wort "kupa" (ausspr. küpa) und bedeutet hohler Baumstamm, später aber auch ein kleinerer aus Holz hergestellter Raum, wie das slowenische Wort supa (Schuppen, ein Raum aus Holz ohne Fenster, den man auf den Bauerhöfen für die Unterbringung der Geräte braucht). Aus dem Wort kupa stammt auch das slowenische Wort "panj" (Bienenstock), denn früher hat man in Slowenien für Bienenstöcke hohle Baumstämme verwendet.

Auf den Felsenzeichnungen in Schweden sind ein bis fünf Padler in so einem Boot zu erkennen. Die Skandinavier haben Segel erfunden oder sie von den Römern übernommen, vielleicht etwas vor der Zeit der grossen Eroberungen der Wikinger in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts. Die Segel ermöglichten ihnen die langen Seereisen nach Irland, Island usw. Es ist aber nicht auszuschliessen, daß sie auch schon früher irgendwelche primitiven Segel gebrauchten. Wahrscheinlich haben die Solvender schon vor ihrer Auswanderung größere Schiffe aus Balken gebaut. (Das slowenische Wort gredlje-Balken, das skandinawische Wort Grada bedeutete aber Balken und Stufen) mit denen sie sich ziemlich weit aufs offene Meer wagten. Weiter als manch anderes nordisches Volk. Was widerum beweist, daß der Name der Küstenstadt Solvia in den altnordischen Sagen und der schon erwähnte Name Solunderhaf für das norwegische Meer. Der Name Solvi ist aber wahrscheinlich nur der abgekürzte Name Solvend oder Solvind.

Kannten sie keine grossen Segel?

Wahrscheinlich ist, daß die Solvenden bei ihrem Auszug aus Skandinavien noch nicht mit Segelschiffen reisten, wie die späteren Eroberer Wikinger. Später, an den Stränden der Adrien, bauten sie sich wieder Schiffe und Fischerboote aus einem Baumstamm. Sie hatten keine Möglichkeiten, ihre Technik weiter zu entwickeln und sie der Entwicklung anderer Ländern anzupassen, weil sie nur eine kurze Küste ohne richtige Häfen hatten, und konnten so nur einige kleine armseelige Fischerortschaften gründen. Heute heißen diese Dörfer Barkovje, Grljan, Sv. Kriz, Kantovel, Sesljan, Devin, Zavlje und Rojan. Diese Dörfer waren aber eingeengt zwischen den Städten, die schon lange eine Seefahrertradition hatten und auch eine viel weiter entwickelte Zivilisation hatten und sie versuchten die Anfänge der Selbständigkeit slowenischer Seefahrt schon im Keim zu ersticken. Trotzallem ist der Begriff cupa erhalten geblieben, als ein sehr kostbarer Beweis einstigen solvendischer Liebe zum Meer.

"Brdina"

Cupa ist natürlich nicht das einzige übrig gebliebene Wort für das einstige Küstengebiet der Solvender, das man im heutigen Slowenien finden kann vor allem im slowenischen Teil der Adria. Genaue etnographischen und etimologischen Untersuchungen werden bestimmt viele solche Spuren entdecken. Einige werden wir an einer anderen Stelle noch erwähnen. So eine Spur ist wahrscheinlich auch der Begriff Brdina. So heißt der Dorfmarkt inmitten des alten Teils des Dorfes, eingeschlossen von allen Seiten von Häusern, den man nur durch enge Gassen erreichen kann. Mit dem Begriff brdo (im Sinne Berg oder Anhöhe) kann schon deswegen keine Verbindung bestehen, weil er eben ist, erinnert aber sehr stark an den nordischen Begriff "bardi" (eine Art Schiff mit Geländer). Daraus entstammt auch das neuere norwegische Wort "bardun", das hintere Schiffsdeck bedeutet. Die Urslowenen haben sich sicher den Begriff aus ihrer Urheimat mitgebracht und ihren ursprünglichen Sinn beibehalten, und nannten ihren geschlossenen Dorfmarkt so, der seiner Form nach an ein Schiff mit Geländer erinnert. Natürlich ist es aber auch möglich, daß das Wort "bardi" oder "bardun" bei den langen Wanderungen aus Skandinavien bis zur adrischen Küste schon eine andere Bedeutung bekam und vielleicht nur "geschlossener Dorfmarkt" bedeuten soll. Aber dieser Begriff ist neben "cupa" nicht der einzige an unserer Küste, das beweist eine ganze Reihe skandinavischer Wörter, Orts- und Gletschernamen sowie Familiennamen in unserem Karst und am Meer. Das Wort borjac haben wir schon erwähnt und darauf aufmerksam gemacht, daß es aus dem Verb bor (wohnen) stammt, das aber aus dem skandinavischen Wort borja (anfangen) stammt. "Borjas" bedeutete also "hier faengt der Bauernhof an".

Bor in dolina- Kiefer und Tal

Das slowenische Wort burja (Wind) kommt von dem skandinavischen Wort "Bör" (scharfer Wind, auch im Sinne von einem guten Wind, der die Nebel vertreibt). Auch bor (Kiefer) ist ein skandinavisches Wort. In den skandinavischen Sprachen lautet barr (barrskog-borov gozd-Kiefernwald); genauso das slowenische Wort dolina (skandinavisch dal) was Tal heißt, dala bedeutet aber im Slowenischem pogresniti -versenken, niedrig machen.

Natürlich haben die "Solvenden" mit den Schiffen keine Ausflüge gemacht. Schiffe und Boote haben ihnen als Verkehrsmittel gedient, für die Fischerei, denn Fische roh und geräuchert (trocken) waren neben eßbaren Wurzel und wilden Früchten, vor allem Beeren und Pilzen und Honig von wilden Bienen, ihre Hauptnahrung als sie noch nicht seßhaft waren. Sie kannten aber auch schon Gerste, die sie rug nannten und glaubten, daß ihnen diese bekömmliche Nahrung Gott Hor schenkte.

Kör-rug-slowenisch kruh- Brot

Daran erinnert noch heute das slowenische Wort kruh (Brot), das bestimmt aus dem zusammengesetzten skandinavischen Wort kör-rug kommt und wörtlich Gerste bedeutet. Der Verb kör hat in den skandinavischen Sprachen viele Bedeutungen, unter anderem auch: aufgehen (Teig), häufen, knetten, usw., immer in Bedeutung mit Bewegung. Dieses Wort begleitet die Slowenen schon seit altersher. In der Terminologie uralter nordischer Sagen finden wir das Wort in der Form rughleifr (hleifr bedeutet hleb-Laib), in der moderner reformierten norwegischen Sprache in der Form von rugleiv, im Schwedischen erinnert an das Wort aber krokan, das eine Sorte Kuchen bedeutet.

Den Respekt für das Brot, als besondere Gottesgabe, hat sich bei den Slowenen bis zum heutigen Tag erhalten. Es ist noch nicht lange her, als die Mütter ihre Kinder lehrten, das Brot zu küssen, wenn es auf den Boden fiel, und daß es Sünde sei, das Brot oder nur Brotkrümmel weg zu werfen. In der heutigen Zeit geht dieser heilige Respekt zu Brot leider verloren.

Ursprünglich haben die Skandinavier zusammen mit unseren Vorfahren bestimmt die wilden Gersteähren gesammelt und mit Steinen zerkleinert, um daraus Mehlsuppe zu kochen, die besonders bekömmlich war.

Skörd - zetev - Ernte

Später haben die Skandinavier und unter ihnen auch "Sovender" die Körner auf dem fruchtbaren und geschützen Orten (gorica) gesät, wahrscheinlich auf Feldern, die sie vorher durch Rodung gewonnen haben. Mit dem Ackerbau war für sie aber auch Ende des normadischen Lebens und sie blieben wenigstens eine Zeit lang an gleichen Ort.

Sie mußten in der Nähe ihrer Felder wohnen, um ihre Ernte vor wilden Tieren und Vöglen zu schützen. Sie mußten lernen rechtzeitig vor Einbruch des Winters zu ernten. Sie mußten sich und ihre Familie eine Bleibe bauen und ein Lager für ihre Ernte errichten. Diese Entwicklungen erklären uns die alten skandinavischen und slowenischen Wörter, z.B. hysa Wetterschutz (hus - hisa - Haus); kot oder kota - koca - Baracke und Hütte; skördnskedelj - Lager für Korn oder auch Ernte. Skördn ist nichts anderes als ein anderes Wort für den Begriff skörd (Ernte), skördn (meine Ernte). Auch dieses Wort ist eines unter vielen skandinavischen Wörtern, die die Slowenen auf ihren langen Wegen aus ihrer skandinavischen Urheimat und durch alle Zeiten begleiteten. Sie sind die ältesten Beweise für den skandinavischen Ursprung des slowenischen Volkes, die wir sonst in keiner der slawischen oder der deutschen Sprache finden.

Überraschend ist auch - nach fast 2000 Jahren getrennter Entwicklung - die Ähnlichkeit anderem ursprünglichen Begriffe für landwirtschaftliche Tätigkeiten in der slowenischen und in den nordischen Sprachen wie z.b. kla - klas - Ähre; stebro - stebla - Stiel; zrno – Korn oder kjen - Korn; mlatiti - träska - korndreschen; cepec - käp - Stock für Korndreschen; snop - knippe - Garbe; sito - syde - sehen; - vräka - Sack; meriti - meta - messen; nakladati - lada - aufladen; vrabec - sparv - Spatz; vrana - vran - Krähe; krokar - kraakare - Rabe usw.

Mylnar - mlinar - Müller

Das slowenische Wort mleti (Korn mahlen) heißt im skandinavischen mala; mlin -Mühle; mlin - mylna - Mühle; mlinar - mylnar - Müller; rake - ark - Brett bei der Mühle. Skandinavier nennen Mehl mela, die Slowenen in der Steiermark genauso. Natürlich waren die Reiniger (Verbesserer) der slowenischen Sprache überzeugt, daß es sich nur um ein Leihwort handelt in der Form des deutschen Wortes Mehl, darum haben sie das Wort aus der slowenischen Sprache ausgemerzt. Wahrscheinlich ist aber, daß die Slowenen das Wort mela schon aus ihrer skandinavischen Urheimat mitbrachten, wie viele andere Wörter auch und daß das Wort nichts mit dem deutschen Wort Mehl zu tun hatte, außer das "Mehl" die
gleiche Bedeutung hat.

Tilja - dile – Komspeicher

Interessant ist auch, daß in manchen Gegenden in Slowenien der Begriff dile (Kornspeicher) gebraucht wird, der gleiche Begriff tilja bedeutet im Schwedischen das gleiche wie im Slowenischen dile, dölja bedeutet aber verstecken. Was auch den slowenischen Bauern in manchen Gegenden noch heute als Komlager dient, ist der Dachboden ihrer eigenen Häuser; es ist nicht schwer sich vorzustellen, daß auch ihre Ahnen in ihrer skandinavischen Urheimat dort ihre kostbaren Koerner lagerten, um sie vor Feuchtigkeit, wilden Tieren und Räubern zu schützen.

Andere ähnliche Begriffe

Im Slowenischen sind auch noch viele Wörter für Fischerei, Wald- und Feldfrüchte, Tiere, Lebensmittel und andere Begriffe erhalten geblieben, die an das Leben der Solvender in dieser alten Zeit erinnern, z.B.

Für Fischerei: vaba oder vada - vrvica - Angelschnur; sich über die Angelrute bücken - vadbjugr;
krap - karp - Karpfen; rak - räka – Krebs.

Für Wald- und üchte: jagodajordgubbe– Erdbeere; luk - lök -Zwiebel; reparova- Rübe;
radic - reddik - Rettich; strok - sträck – sich strecken oder treiben; goba - sopp – Pilz; sladko - söt - süß; med - mjöd - Honig. Für wilde Tiere: kura - kura - Huhn; gos - gaas - Gans; zajec - sats - Hase; srna - tärna - Reh usw.

Für Lebensmittel: ogenj zanetiti - antända - Feuer anzünden; jesti - äta - essen; posoda - botte ode bohave - Geschirr; peci- bake - backen; piti - belje - trinken; dober - bra – gut; testo - deg - Teig; dracje - drag - Reisig; kaplja - dropp - Krümmel; najesti se - fore – satt essen; pohlepen - glupende - gierig; kvas - kvaseno - Hefe; kipeti - kupa - sieden; ostanek - kvar - Rest; most - most - Most; meso - mat - Fleisch; olje - olje - Öl; juha / zupa- soppa – Suppe; skorjaskorpa – Kruste; sunka - skinka – Schinken; lizatislikke – lecken; slinaslem – Speichel; gost tjock – Dicht; trdotorr – hart usw.

Langsam haben sie sich zu Landwirten entwickelt, obwohl sie sicher vorwiegend von der Jagd, der Fischerei und dem Sammeln der Waldfrüchte gelebt haben. Sie bewohnten kleinere, weit verstreute Ortschaften und das in tiefen Buchten, wo sie vor Unwetter und auch vor Feinden geschützt waren oder sie siedelten in den größeren Bergtälern, immer in solche die dem Süden zugewendet waren. Mit der Zeit entstanden auch größere Ortschaften, benannt nach der jeweiligen Bucht - "vik". Daher kommt der Begriff Wikinger, aber auch das slowenische Wort ves - vas - Dorf. Landwirtschaft und Rinderzucht gewannen immer größere Bedeutung.

Entstehung der Bauenhöfe

Anstatt eines Ackers mit Gerste entstanden um den Bauernhof ziemlich ausgedehnte Felder auf denen sie gesät und gepflanzt hatten, neben Gerste auch verschiedene Feldfrüchte, vor allem Rüben, dicke Bohnen, Zwiebeln und Raps (wegen des Öls).

Es wurde auch Lein angebaut, aus dem sie Leinen webten. Neben den größeren Höfen auch kleinere, deren Besitzer auch Handwerk betrieben. Die Entstehung größerer Bauernhöfe war aber auch von der Entwicklung der Rinderzucht abhängig, denn auf dem Land, daß sie durch Rodung gewannen, konnten sie nicht all zu viel erarbeiten.
  
Verwandte Begriffe für Bauernhöfe und Inneneinrichtung

Uralte skandinavische Wörter

Sehr viele alte skandinavische Begriffe haben sich bei den Slowenen auch im Hinblick auf den Bauernhof erhalten. Landwirtschaft und Rinderzucht sind bei den Slowenen uralte Wirtschaftszweige wo die Arbeit nie unterbrochen wurde, sie verlief immer im gleichen Rythmus der Jahreszeiten und Generationen und dem ewig gleichen Rythmus entspricht auch die Beständigkeit der Begriffe. Über die Wörter Bauer und Bauernhof werden wir sprechen. Wir müssen sagen, daß auf slowenischen Bauernhöfen fast kein Ding existiert, daß nicht den uralten skandinavischen Namen trägt.

Haus, das auf Bauernhöfen auch Raum bedeutet, heißt im Skandinavischen Hus, im Slowenischen aber hisa. Das slowenische Wort für Wand - stena stammt zweifelsfrei von dem skandinavischen sten (Stein) und erinnert daran, daß in alten Zeiten unsere Vorfahren in Skandinavien in Höhlen lebten oder das sie später Häuser aus Stein gebaut haben, weil diese stärker waren. Der slowenische Begriff streha (Dach) ist zusammengesetzt aus den skandinavischen Wörtern strö (was Stroh bedeutet) und hat (was zudecken bedeutet), also ströha. Das slowenische Wort kap (Traufe) blieb völlig unverändert erhalten und wir finden es im Altnorwegischenin der Form von kapp, aber das gleiche. Das slowenische Wort zleb (Dachrinne) kommt aus dem alten nordischen Wort hlaup oder hleib, was läuft
bedeutet, also eine Einrichtung für den Wasserabfluß vom Dach.

Duri und dwere

Das Wort izba (Kammer) stammt von dem Altnordischen Wort hus-bak, was Hinterseite des
Hauses bedeutet.

Der skandinavische Begriff skrli wurde hier schon erwähnt: Die skandinavische Urform ist sker - gebrochener Stein, die Endung likommt aber von dem Verb liggja - liegen. Das slowenische Wort slama (Stoh) kommt aus dem skandinavischen Wort halm, was Stroh bedeutet. Daß das Wort kein ausgeliehenes aus dem Deutschen ist, beweist schon seine sprachliche Anpassung, die auf sein Alter hinweist.

Dachboden ist ein neueres Wort

Das alte slowenische Wort dile (Komspeicher, Dachboden) ist aber, wie gesagt, nur das wenig veränderte skandinavische Wort tilja. Das slowenische Wort duri und das skandinavische Wort dör bedeuten Tür. Dreve wird nach dem steiermarkischen Dialekt für Haustier gebraucht und kommt von dem skandinavischen Wort tverr, das bedeutet "was sich zur Seite dreht" oder "etwas, was von einem zum anderen Ende geht", also quer. Das bezieht sich darauf, daß sich die Tür in der Wand von der Seite öffnete, anstatt den hängenden Vorhang (beim Zelt) oder anderen Hindernissen, wie Steine, Stroh, Gestrüp oder Stangen mit denen sie die Eingänge zu ihren Höhlen oder Hütten versperrten, wenn sie rein oder rausgingen. Das slowenische Wort vrata (Tür) ist nichts anders als das altnordische Wort
varda. Vorda bedeutete Glauben, zusperren, verhindern oder abwenden.

Hof

Den Begriff tverr finden wir auch in dem Wort drevce, was in dem steiermarkischen Dialekt vratca (Tür im Zaun), der den Hof umgibt bedeutet. Wahrscheinlich hat das Wort seinen Ursprung in der skandinavischen Form der gleichen Bedeutung. Tverrka oder tverrkene was kleine, tiefe Tür im Zaun bedeutet, im Gegensatz zu der hohen und breiten Haustür. Auch das slowenische Wort dvorisce (Hof) kommt wahrscheinlich aus dem Wort tverr, was schon seine Bedeutung zeigt. Es bedeutet einfach ein Platz "von einem zum anderen Ende", den man durchqueren mußte, wenn man von drevc (keines Tor im Zaun) bis zum Haus oder zurück gehen wollte.

Zaun aus Holz

Das slowenische Wort plot (Zaun) hat seinen Ursprung in dem altnordischen Wort blota, das Opferplatz bedeutete, wo sie Göttern Opfer darbrachten und wo das Blut der geopferte Tiere floß. So ein Opferplatz war umzäunt, weil er als heilig oder als verhext galt. Das Wort blot hat aber mit der Zeit die Bedeutung für jeden Zaun um das Wohnhaus bekommen, durch den wegen der Sicherheit nicht jeder durfte. Breitere Einfriedungen um den Bauernhof waren aus Stöcken oder Brettern gemacht und hießen darum skigart (ski-deske-Bretter oder drog-Stock, gard - ograda - Einfriedung). Diese Tür im Zaun um den Bauernhof heißt in allen slowenischen Dialekten lesa. Dieses Wort ist aber nichts anderes als das altnordische Wort leysa, das loslassen, erretten, abkanten bedeutete. Auch für die slowenische Wörter deska - Brett, hlod - Baumstamm, drog - Stock und lata - Leiste finden wir gleiche oder ähnliche Begriffe in altnordischen Sprachen: disk - deska - Brett, hlod - hloda - Baumstamm, drog - drog - Stock. Das Wort drogur hat mehrere Bedeutungen, unter anderem "Holz, das gut für das Befestigen und das das Pferd hinter sich zieht", (wahrscheinlich noch aus der Zeit, als sie noch keinen Wagen kannten oder in Berggegenden lebten). Das slowenische Wort lata (Leiste) kommt aber von dem altskandinavischen Wort letta, was etwas leichteres, also einen leichten Stock bedeutete.

Und wirklich ist lata - Leiste (der aufrechte Stock im Zaun um Bauernhäuser oder eine leichte waagerechte Stange in kozolec) die leichtere von den langen, waagerecht befestigten Stangen in Umzäumungen um Bauernhöfe. In modernem Norwegischen finden wir dieses Wort in Form von lett - leicht, im Schwedischen aber in Form von lätt. Im Slowenischen an das altnordische Wort letta die Woerter latje, latast, latnat, latiti, latenje, latnikbraida (Holzgerüst für Weinreben), braidasiriti - ausweiten, breide ut - siriti se - sich ausbreiten, latovnik, latica und einige ähnliche Wörter.

Stala in hlev - Stall

Das slowenische Wort stala (Stall) ist aus der slowenischen literarischen Sprache ausgetrieben, weil die Reiniger des slowenischen Wörterschatzes endschuldigt oder unentschuldigt meinten, das Wort wäre ausgeliehen aus der deutscher Sprache. Trotzdem blieb es bis heute in der slowenischen Volkssprache erhalten und es gibt bestimm ganz wenige Bauern, die statt stala (Stall) hlev sagen würden. Das bedeutet, das Wort stala gehört zu dem uralten slowenischen Wörterschatz, das die Slowenen wahrscheinlich auch schon mit aus ihrer Urheimat brachten. Solche Begriffe bleiben aber hartnäckig erhalten. In den alten nordischen Sprache finden wir das Wort in Form von stallr, in der neueren Form skandinavischer Sprachen aber stall. Wahrscheinlich ist aber das neue slowenische Wort für Stall hlev auch skandinavischen Ursprungs und kommt vielleicht von dem Wort hle (sich irgendwo aufhalten) oder hlepa (in Gang bringen, laufen). Der Sinn des Stalles ist Schutz für weidende Tiere, in den sie sich bei Gewitter und in der Nacht unterstellen können. Der Unterschied in den beiden Wörter ist: stala (stall) bedeutet solide gebautes Gebäude; hlev (auch Stall) im heutigen Sinn bedeutet es nur dürftige Zuflucht für weidende Tiere beim Unwetter.

Parma und svisli

Neben skedenj - Scheune (skörden) sind skandinavischen Ursprungs auch die Wörter parma und svisli. Parma bedeutet im steierischen Dialekt listnjak und kommt aus dem nordischen Wort barmr, das in der altnordischen Sprache offener Raum am Ende des Bauernhausgebäudes bedeutete. Und wirklich liegt auch bei den slowenischen Bauernhöfen parma am Ende der Wirtschaftsgebäuden und ist ein offener Raum (ohne Tür), in ihm bewahren die Bauerm Stroh und Heu auf. Gerade wegen dem leichteren aufbewahren und abwerfen des Strohs und Heus, ist der Raum auch offen. Darum haben oft die Bettler darin Unterschlupf gesucht um zu Übernachten, auch ohne der Erlaubnis des Bauern. Wenn sie um Erlaubnis fragten, mußten sie dem Bauern ihre Streichhölzer abgeben, um mit dem Rauchen nicht ein Brand zu verursachen. Unerlaubtes Rauchen der Bettler in parma war oft der Grund für Brände auf den Höfen. Das Wort svisli kommt aber wahrscheinlich von dem altskandinavischen Wort svefn-lid, was Raum zum Schlafen für lid oder lidi (Leute, Dienerschaft und Begleiter) auf den Bauernhöfen und auch auf den Höfen der Reichen bedeutet. Wahrscheinlich haben Knechte auf dem Heu in svisli übernachtet, wie das schon immer auf den slowenischen Bauernhöfen üblich war. In Sommernächten haben aber auch die Söhne des Bauers gerne in svisli übernachtet.

Kozolec

Gumno kommt aus gömma - verstecken, genauso das Wort cumnata.

Auch das slowenische Wort strve ist skandinavischen Ursprungs. Strve sagt man in manchen Gegenden in Slowenien auch für den slowenischen Begriff kosolec auf dem man Heu trocknet, aufgehangen auf waagerechten Stangen (eine Art Trockendahre für Heu, etwa haushoch, aus Holz, Anm.d.Übers.). In der schwedischen Sprache bedeutet stör Stange oder Stab, die Endung in dem Wort strve ist aber auch skandinavischen Ursprungs und kommt vielleicht von dem Wort veck - guba (Falte), weil die Garben hängend über die Stäbe getrocknet werden oder auch von dem altnordischen Wort ved, was binden oder festbinden bedeutet. In Betracht kommt auch das Wort ve, was Heim, Zuhause bedeutet.

In Hinblick auf all das, wäre es sicher direkt seltsam, wenn auch der bekannte slowenische kozolec nicht skandinavischen Ursprungs wäre. Dabei ist es aber am besten, wenn wir uns an die Mundartform kozoc halten, weil es sehr wahrscheinlich ist, daß die Mundartform immer näher dem Ursprungswort ist, als die Form des Bücherslowenisch. Das Wort kozoc wahrscheinlich zusammengesetzt aus den nordischen Wörtern kot (Baracke) und satte (Bedeckter Kornhaufen) oder - wenn wir uns an das Buchslowenisch halten kozolec – aus dem Wort kot-saate-löe (auch löe bedeutet in der norwegischen Sprache kosolec und ist vielleicht ein Rest des altnordischen Wortes für kozolec, das näher dem slowenischen Wort war). Den Germanisten (Spezialisten für nordische Sprachen) wird zweifelsfrei die genaue Rekunstruktion des Wortes glücken, in Hinblick auch auf das Wort hesje (Netz) für die Silbe kozo-.

Uta

Unter den Gebäuden auf dem Bauernhof wären noch uta, klet und kurnik zu erwähnen. Uta nannt man in manchen Gegenden Sloweniens ein Raum am Ende des Hofes, wo verschiedenen Werkzeuge, Geschirr zu kochen des Schweinefutters und anderes mehr, was jeden Moment gebraucht werden kann, wenn es aber nur so herum liegt, steht es im Wege. Uta bedeutet ganz einfach uta - draussen, weiter entfernt. Das slowenische Wort für Keller klet kommt aus dem skandinavischen Wort kelter, kurnik (Hünnerstall), aber aus dem Wort kura, was hocken und Huhn bedeutet oder aus dem Wort kurra, was Arrest, Loch, Fach bedeutet. Dieses letzte Wort ist vielleicht auch verwandt mit dem slowenischen Wort kuriti (heizen), was daran erinnert, daß der primitive Mensch als Schutzdach ein Loch, Höhle oder eine Hüte hatte, in der er auch ein Feuer anzünden konnte.

Bolster – pojster

Verwandt sind auch die slowenischen und skandinavischen Begriffe für die Inneneinrichtung der Bauernhöfe und Bauernküchen. Das slowenische Wort kamra kann das altnordische Wort kamri sein, das das gleiche bedeutet. Es kann aber natürlich auch ein neueres ausgeliehenes Wort aus dem Deutschen sein (Kammer), obwohl das weniger glaubhaft ist, weil das slowenische Wort kamra näher dem altnordischen Wort ist, als dem deutschen. Das slowenische Wort postelja (Bett) ist auf jeden Fall dem nordischen Wort Bedstelle mit der gleichen Bedeutung sehr ähnlich. Das Dialektwort polster (Kissen), ist aber das unveränderte altnordische Wort bol ster, was Bettnische bedeutete, und fast ähnlich ist auch das norwegische Wort bolster, das das gleiche bedeutet. Bettdecke heißt im Skandinavischen däka, gleichenfalls sagen die Slowenen deka. Die Slowisten waren davon überzeugt, das Wort wäre deutschen Ursprungs. Vielleicht ist das Wort aber auch viel älter, gleich wie das slowenische Wort skrinja (Truhe) und das skandinavische Wort skrin sowie die deutsche Wörter für Schrein und Truhe. Das slowenische Wort für Kissen, blazina, kommt aus dem altnordischen Eigenschaftswort blasinn - aufgeblasen, voll.

Klapp - klop – Sitzbank

Das slowenische Wort für Tisch, miza, ist verwandt mit dem lateinischen Wort mensa und die Slowenen haben es wahrscheinlich von den eingerömerten Alteingesessenen ausgeliehen, die sie auf dem heutigen slowenischen Boden vorfanden. Es kann aber auch sein, daß sie sich das Wort schon früher augeliehen haben, da sie schon viel früher mit der römischen Zivilisation in Berührung kamen, zumindestens auf den Viehmärkten, aber auch als Legionäre der römischen Armee, worüber wir noch sprechen werden. Jedoch das slowenische Wort für Stuhl ist auf jeden Fall nordischen Ursprungs und ist auch heute noch unverändert - stol, wie auch in allen nordischen Sprachen. Auch das slowenische Wort für die Sitzbank, klop, ist nordisch und wir finden es in Form von klopp, was vor allem Gehweg und Steg bedeutet.

Daran, daß das Haus früher nur einen einzien Raum hatte, erinnert noch heute in manchen Gegenden Sloweniens das Mundartwort hisa, das aber auch für den grossen Raum Bauernhaus gebraucht wird, in dem gewöhnlich der Hausherr und seine Frau schlafen; hisa (nordisch husa) bedeutete in der weiten Vergangenheit, die schon in die Geschichte gehört, auch ein einziges Zimmer, im Slowenischen bedeutet hisa aber auch Haus. Zwischen den beiden war kein Unterschied, wer in hisa (Haus) ging, ging in den einzigen Raum. Auch in diesem Beispiel sehen wir, wie treu die slowenische Sprache ist, trotz allem Geschehen, Veränderungen und Entwicklung in der Vergangenheit.

Tör – trska

Geleuchtet haben sie sich mit Fackeln, wie die Verwandschaft zwischen dem slowenischen Wort bakla und dem skandinavischen Wort fackel zeigt, wahrscheinlich aber auch mit dem slowenischen Wort trska. Das Wort kommt bestimmt von dem skandinavischen Wort törruska (tör - trocken, rüska - trska oder iver – Holzsplitter).

Das slowenische Wort pod (Fußboden) kommt aber aus dem skandinavischen Wort botten. Verwandt ist aber auch das altnordische Wort bod, das pot (Weg) bedeutet. Das Wort tla (Boden) ist aber natürlich nichts anderes als der nordische Ausdruck dala - doli oder spodaj - unten oder unter.
  
Viele slowenische Begriffe für Lebensmittel sind skandinavischen Ursprungs

Burkle und lopar

Auch viele Begriffe für Geschirr, Küchengeräte und Speisen haben die Urslowenen aus Skandinavien mitgebracht. Neben des Wortes pisker (Topf) sind skandinavischen Ursprung z. B auch diese Wörter: burkle (eine Stange an deren Ende eine zweizackige Gabel befestigt ist, um die Tontöpfe in den Bauernofen zu schieben und heraus zu nehmen) – ist wahrscheinlich ein zusammengesetztes Wort aus den nordischen Wörter bori oder buri und kle. Bori bedeutet Zinke, kle aber aufrecht halten. Mit dem Wort bori ist wahrscheinlich das alte slowenische Zeitwort burit se - sich wehren, verwandt.

Das slowenische Wort lopar (mit dem früher Bauernhausfrauen und vieleorts noch heute, die Brotlaibe zum backen in den heißen Bauernofen schoben) - bedeutet im Schwedischen Läufer (löpare); der Sinn des Wortes ist also im wesentlichen, daß der Brotlaib in dem Ofen, slowenisch pet, hin und her geschoben werden kann. Das Wort lopa bedeutete aber in der altnordischen Sprache auch Hand.

Das slowenische Wort grebljica (Schürhacken) - oder in Mundart "greblca" - heißt eine Art Harke, mit der Glut im Ofen an die Seite geschoben wird, wenn der Ofen heiß genug ist, um die Teiglaiber in die Mitte des Ofens zu schieben. Das slowenische Wort grebljce kommt aus dem altskandinavischen Zeitwort greypa oder aus dem Zeitwort grep, was das gleiche bedeutet. Das slowenische Wort für Ofen, pec, kommt aber offensichtlich aus dem altnordischen Zeitwort baka (backen).

Das slowenische Wort ponva heißt in den skandinavischen Sprachen panna (Pfanne). Das slowenische Wort lonec (Topf) hat sehr wahrscheinlich seinen Ursprung in dem altnordischen Wort lön, was Loch bedeutet; das slowenische Wort skleda (Schale) ist aber verwandt mit dem skandinavischen Wort skaal (ausspr. skol), was ein Topf zum trinken bedeutet. Weil sie aus solchen Töpfen tranken, bedeutet skaal noch heute im Skandinavischen auch Getränk. Wie schon gesagt, sind die Wörter kruh (Brot) und hleb
(auch Brot) altnordisch. Das Zeitwort grädda (Brot backen) hat sich in dem slowenischen Form greti (wärmen) erhalten. Das skandinavische Wort grej bedeutet warm, angenehm.

Biga und greda

Mit dem skandinavischen Zeitwort grädda ist aber vielleicht auch das slowenische Wort greda (Blumenbeet) verwandt, das im Slowenischen auch kleine Gärten vor den Häusern bedeutet. Früher stand dort wahrscheinlich der Brotofen, was heute noch in manchen Gegenden Sloweniens der Fall ist. (In den Brotöfen vor dem Haus backten wahrscheinlich die slowenischen Bäuerinnen Brot, das sie auf den Märkten in Triest verkauften). Skandinavischen Ursprungs ist nicht nur der Name skedelj sondern auch biga. In den nordischen Sprachen bedeutete bygg "aus reinem Kom"), biggbraud bedeutete aber Brot aus reinem Kom, also Kornbrot, wie uns "Gamalnorsk ordbok" belehrt (Altnordisches Wörterbuch von Leiv Heggerstad). Doch ist es wahrscheinlicher, daß greda (Blumenbeet) aus dem schwedischen gröda - Pflanzung kommt, gleich wie das slowenische Wort gruda.

Das slowenische Wort skafkommt von dem skandinavischen Begriff skaf (Griff), das aber auch Geschirr für das Viehtränken bedeutet, wie das slowenische Wort skaf auch. Das Slowenische Wort kotel ist nichts anderes, als das altnordische Wort ketill, das das gleiche bedeutet (Kessel), auch das schwedische Wort kittel bedeutet das gleiche.

Näher der skandinavischen, als der deutschen Sprache

Denen, die um jeden Preis, aber vergebens, versuchen werden, zu beweisen, daß das eine oder andere Wort aus dem Deutschen kommt, sei es aus dem Neudeutschen oder dem Altdeutschen, sei es gesagt, daß die bei den Wörter im Deutsch der Schaft und der Kessel heißen, und daß die slowenischen Wörter den nordischen Wörtern dafür viel näher sind, als den deutschen. Das gleiche gilt auch für alle andere Wörter, die wir in diesem Buch zittiert haben oder noch zittieren werden. Es kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, daß manche Wörter auch aus dem Deutschen stammen und sich dann der slowenischer Sprache so angepaßt haben, daß sie eher den skandinavischen Wörtern ähnlicher Bedeutung gleichen, als der deutschen Sprache. Menschen, die skandinavisch sprechen, können sofort erkennen, welche Wörter der deutschen und welche der skandinavischen Sprache entstammen. Es geht nicht darum, ob die slowenischen Wörter den deutschen Wörtern ähnlich sind oder nicht, sondern nur darum, ob sie nach der Charakteristik der Lautlehre und sprachlichen Gesetze näher den skandinavischen als der deutschen Sprache sind; dann könnten sie nur von dort kommen. Eine große Anzahl der nordischen Wörter, die sich im Slowenischen erhalten haben, kennt die deutsche Sprache überhaupt nicht.

Vedro – Eimer

Das slowenische Wort für Eimer, vedro, kommt nach aller Wahrscheinlichkeit aus dem altnordischen Wort vedr - Kavelj. Kavelj ist der Hacken an dem der Eimer hängt um das Wasser aus dem Brunnen zu holen oder aber das Wort ist zusammengesetzt aus den skandinavischen Wörtern vatt-dragi oder vatt-dra (vatt, vatn oder vatr - voda - Wasser; dragi, dra oder draga - entnehmen / bringen). Vielleicht entstammt es aber auch dem verwandten Wort vedr, das Trinkglas bedeutet.

Struklji

Die berühmte slowenischen Speise struklji(ähnlich den Maultaschen) hat ihre Herkunft in dem altnordischen Zeitwort stryk, das glätten und schmieren bedeutet, davon kommt das neu-nordische Wort stryk, was u.a. schmieren bedeutet. Das beweist, daß die Slowenen diese Speise schon in ihrer Urheimat kannten oder wenigstens in der Zeit, als sie schon das Wort stryk gebrauchten. Das slowenische Wort struca kommt wahrscheinlich aus dem Zeitwort sträck ut, was dehnen bedeutet; altnordisch strjuka. slowenische Wort Strudel ist aber nichts anderes als das von Fremden ausgeliehene Wort strukelj.